B2B
19.09.2018

Warum Airbus und Boeing die Jet-Namen ausgehen

Die beiden größten Flugzeugbauer weltweit müssen sich bald nach einem neuen Namensschema für ihre Maschinen umsehen.

Die beiden weltweit größten Flugzeughersteller der Welt könnten demnächst vor einer neuen Krise stehen, die nichts mit technischen Problemen zu tun hat, sondern mit Marketing. So könnten Airbus und Boeing schon sehr bald die Namen für ihre Flugzeug-Modelle ausgehen, wie Forbes analysiert.

Boeing setzt etwa schon seit 60 Jahren auf die Nomenklatur 7XX. Das erste Modell der Serie war die 707, die ihren Jungfernflug 1957 absolvierte. Das Modell gilt als wichtiger Meilenstein für das „Jet-Zeitalter“ und trug wesentlich zum weiteren Erfolg von Boeing bei. Aktuell steht Boeing bei Nummer 787, dem legendären Dreamliner.

Das Unternehmen hat nach traditionellem Namensschema also nur noch eine Nummer offen, die 797. Jene befindet sich laut mehreren Medienberichten als New Midsize Airplane (NMA) aktuell in der Entwicklung. Es soll sich demnach um ein Nachfolgemodell der 757 handeln. Mit einer Indienststellung wird 2025 gerechnet. Ob Boeing das Flugzeug tatsächlich 797 nennt, wurde aber nicht offiziell bestätigt.

Airbus

Bei Airbus sieht es noch ein wenig besser aus. So setzt der Flugzeughersteller bereits seit Ende der 60er-Jahre auf die Modellnummer A3XX. Frei sind für die kommenden Jahre also noch A360, A370 und A390. Airbus weitete seine Flugzeugmarken außerdem erst kürzlich aus. So übernahm der Flugzeugbauer im Juni 2018 die Bombardier C Series und gliederte sie in die Tochter CSALP ein. Diese Flugzeuge fliegen nun unter der Modellnummer Airbus A220.

Wie ein Airbus-Sprecher gegenüber Forbes angibt, sind aktuell keine entsprechenden Flugzeuge in Planung, die die Namen A360, A370 oder A390 tragen könnten. Es wird aber betont, dass die Marken A3XX und A2XX für den Flugzeugbauer ein wichtiges Wiedererkennungsmerkmal und Marketing-Instrument sind, die man sich auch rechtlich schützen ließ.

Flugzeug-Marketing

Auch wenn Flugzeuge in der Regel nicht von Privatpersonen gekauft werden, steckt hinter jedem Modell auch Marketing bzw. eine Vermarktungsstrategie. Laut einem Artikel bei Globalsecurity.org wollte Airbus bewusst von einer A370 absehen, weil die Nummer Sieben mit dem Rivalen Boeing assoziiert werde.

Warum für den Super-Jumbo A380 die 8 gewählt wurde, geht laut einem nicht namentlich genannten Boeing-Insider darauf zurück, dass ein Querschnitt durch den Rumpf wie die Nummer Acht aussieht. Offiziell bestätigt ist diese Theorie aber nicht.