Warum jedes Boeing-Flugzeug mit einer 7 beginnt und wo die 797 bleibt
So gut wie jeder Flugreisende hat die Zahlenkombinationen 737, 747, 777 oder 787 schon gehört. Auch A320, A330 oder A380 dürfte den Meisten ein Begriff sein. Doch wie kam es überhaupt zu den Bezeichnungen? Warum Airbus-Flugzeuge immer mit einem "A" beginnen dürfte man sich noch höchstwahrscheinlich recht einfach herleiten können. Doch was ist mit Boeing und ihrer 7?
Die 7 war nicht immer fixer Teil von Boeings Identität. Frühere Boeing-Modelle hatten durchaus noch andere Namen, wie etwa die 247 aus 1933, bei der es sich um einen der ersten modernen Airliner handelte.
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Boeing 247D der United Airlines im Flug
© San Diego Air and Space Museum Archive
Neues Namensschema
In der Nachkriegszeig stieg Boeing dann auf ein neues Namensschema um. Die Bezeichnungen 300 oder 400 standen firmenintern für Propellermaschinen, bei 500 handelte es sich um den Teil des Unternehmens, der sich mit Turbinenantriebe beschäftigte. 600 waren Raketen und 700 stand für Jets, wie man sie heute kennt.
Das erste Flugzeug mit dem neuen Namensschema war die 707. Die Entscheidung für diese Zahl anstatt 700 fiel auf die Marketing-Abteilung von Boeing. 707 habe einfach besser geklungen als 700, wie Chef-Historiker von Boeing, Michael Lombardi, mehrmals erklärte. "Daher entschied man sich, direkt zum Modell 707 zu springen, da diese Bezeichnung etwas einprägsamer erschien", schreibt Lombardi.
Diesem Muster folgend, erhielt der andere Nachfolger der Dash 80, das Tankflugzeug der Luftwaffe, die Modellnummer 717. Da es sich um ein Flugzeug der Luftwaffe handelte, erhielt es außerdem die militärische Bezeichnung KC-135. Heute kennt man es als Stratotanker.
John Travolta und seine 707
Ob es jetzt am Namen oder an der Maschine selbst lag, die 707 entwickelte sich jedenfalls zu einem legendären Modell. Sie wurde zwischen 1957 und 1979 gebaut, insgesamt 865 Exemplare. Zu den prominenten Besitzern gehörte etwa der US-Schauspieler John Travolta. Die Maschine ist übrigens mittlerweile in Australien ein Museumsstück.
Der Nachfolger der 707 war die dreistrahlige 727. Von ihr wurden zwischen 1962 und 1984 über 1800 Exemplare gebaut. Damit gilt es als eines der meistgebauten Strahlverkehrsflugzeug der Welt. Eine ihrer kurioseren Eigenschaften war die eingebaute Treppe im Heck, über die Passagiere ein- und aussteigen konnten. Die Öffnung im Rumpf war es auch, die das Finale einer der spektakulärsten (und nie aufgeklärten) Flugzeugentführungen der Geschichte darstellte.
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Danach folgten noch die vielen Modelle, für die man Boeing heute kennt. Etwa die 737, die für kurze Flüge konzipiert ist. Später folgten die legendären Modelle "Jumbo Jet“ 747 sowie die 767 und die „Triple Seven“ 777.
Von den jeweiligen Modellen gibt es jeweils oft noch mehrere Abwandlungen, die ebenfalls aus den Namen ersichtlich sind: Die aktuellste Version des Jumbo Jets ist etwa die 747-8, eine verlängerte Variante mit größerer Kapazität. Die neue 777-Variante 777X soll ab 2027 bei den ersten Airlines zum Einsatz kommen und mit ihrer Kapazität bei Airlines wie Emirates sogar die A380 ersetzen können.
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Neueste 7er-Boeing
Das bislang letzte Modell, das eine neue Zahl bei Boeing bekam, war die 787 "Dreamliner". Auch hier gab es interne Diskussionen über den Namen. Ursprünglich wollte man das Modell 7E7 nennen, wobei das "E" für efficient hätte stehen sollen.
Schlussendlich entschied man sich aber für das traditionelle Namensschema. Mit der Zahl 8 im Namen erhoffte man sich zudem Vorteile auf dem asiatischen Markt, da die Zahl 8 dort in manchen Ländern als Glückszahl gilt. Genau das soll übrigens auch ein Faktor gewesen sein, warum Airbus den A380 so genannt hat.
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Und wo bleibt die Boeing 797?
Die nächste logische Nummer nach 787 wäre Boeing 797. Auf diese wird man allerdings noch länger warten müssen, falls sie überhaupt jemals in dieser Form kommt. Ursprünglich sollte das zweistrahlige Mittelstrecken-Verkehrsflugzeug mit 2 Gängen schon 2025 in Dienst gehen. Die Entwicklung dafür wurde 2019 gestartet.
Nach den Krisen um die 737 MAX und Verzögerungen bei der 777X legte man das Projekt allerdings vorerst auf Eis. Stattdessen wollte man sich darauf konzentrieren, das Vertrauen von Behörden und Kunden wieder zurückzuerlangen. So ist das Entwerfen eines völlig neuen Flugzeugmodells mit erheblichen Investitionen verbunden. Das Weiterentwickeln bestehender Maschinen (siehe 737 MAX und 777X) ist deutlich ressourcenschonender.
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