B2B 12.03.2013

Wien will für Start-ups eigenen Bezirk

Die Wiener Wirtschaftskammer will einen "Wissensbezirk" etablieren, wo unter anderem junge Start-Ups Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Inspiration holt man sich dabei unter anderem aus Barcelona

Start-Up-Unternehmen gelten nicht nur als Innovationstreiber, sondern auch als wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das hat auch Wien erkannt und versucht, sich neben Berlin und London als Start-Up-Zentrum in Mitteleuropa zu etablieren. Lernen will man dabei unter anderem von Barcelona, wo mit dem Mobile World Congress die weltweit wichtigste Messe zu mobilen Technologien stattgefunden hat. In diesem Rahmen hat die Wirtschaftskammer Wien auch eine Delegation in die katalanische Metropole gesandt, um von der „Mobile World Capital" zu lernen.

In 22@Barcelona, Barcelonas "Knowledge District" haben sich bis dato rund 1500 Unternehmen aus der IKT-Branche niedergelassen. Das Viertel besteht zum überwiegenden Teil aus alten Fabrikgebäuden, die zu Bürokomplexen umgebaut wurden. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an spanische Firmen, auch internationale Start-Ups können sich an das Institut wenden und werden unter anderem mit steuerlichen Vergünstigungen unterstützt. 

Die Entwicklung des Stadtteils soll auch auf Wien eine Vorbildwirkung haben: „Dieses Erfolgskonzept würde auch zu Wien gut passen, das vor ähnlichen Herausforderungen steht", sagt  Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, gegenüber der futurezone.

Ein ähnlicher „Wissensbezirk", wo sich die Start-Ups der Zukunft ansiedeln sollen, könnte auch in der Bundeshauptstadt bald Realität werden. Das Wiener Stadtentwicklungsgebiet Aspern bietet optimale Voraussetzungen", wie Jank erklärt. „Die große Zahl an internationalen Gästen beim

zeigt, dass es einen Bedarf an einem Start-Up-Zentrum gibt. Darauf können wir aufbauen und eine Plattform für Gründer und Investoren in Wien etablieren", sagt Jank.
Barcelona Activa
© Bild: Thomas Prenner

Barcelona Activa
Eines der ambitioniertesten Projekte in 22@Barcelona ist Barcelona Activa, wo junge Firmen zum Thema Förderungen beraten werden, sowie Räumlichkeiten und Weiterbildung angeboten werden. Gegründet wurde Barcelona Activa bereits 1986 und hat sich bis heute zur wichtigsten Anlaufstelle für Start-Ups entwickelt. Eines der wichtigsten Ziele für Barcelona Activa ist es, unbürokratisch zu sein: „Eine Flut an notwendigen Forumularen und Unterlagen schreckt vor allem junge Start-Ups ab", so Barcelona-Activa-Sprecher Mark Sans gegenüber der futurezone.

Um die Entwicklung neuer Firmen am Technologiesektor weiter voranzutreiben, wurde im Rahmen von Barcelona Activa auch das Cibernàrium gegründet. Dabei handelt es sich um Räumlichkeiten, die speziell für Veranstaltungen und Schulungen in IT-Themen genutzt werden. Die Kurse reichen dabei von Grundlagen in Photoshop oder Web-Design bishin zu Seminare zum Theme Open Innovation und Open Data. "Die Nutzung von neuen Technologien ist ein Schlüsselfaktor für die Weiterentwicklung", so Sans.

Öffentliches Labor
Unternehmen, die sich mit Produkten zum Thema Stadtentwicklung beschäftigen, haben in Barcelona auch im Rahmen eines urbanen Labors die Möglichkeit, ihre Ideen unter realen Bedingungen im öffentlichen Raum zu testen. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem bereits eine intelligente Straßenbeleuchtung realisiert. Zwölf Straßenlaternen sind unter anderem mit Licht-, Anwensenheits- und Luftverschmutzungssensoren ausgestattet.

Als nächstes größeres Projekt ist eine Modellstadt aus Containern geplant, in der drei Tage lang eine Reihe von mobilen Anwendungen auf Basis von Smartphones ausgetestet werden sollen. Geplanter Start ist im September 2013.

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( futurezone ) Erstellt am 12.03.2013