Gespräche
09/10/2011

Yahoo und AOL überlegen Zusammenschluss

Erste Verhandlungen über eine Übernahme sind am Laufen

Der Chef des verlustreichen Internetkonzerns AOL spricht mit Yahoo-Beratern über einen Zusammenschluss der beiden Branchenurgesteine. Wie Bloomberg berichtet, schwebt AOL-Chef Tim Armstrong vor, dass das deutlich größere Yahoo das kleinere AOL schluckt. Allerdings wolle er, Armstrong, an die Spitze des Gesamtkonzerns rücken.

Bereits im Vorjahr hatte Armstrong Interesse an Yahoo bekundet. Allerdings habe ihn die damalige Yahoo-Chefin Carol Bartz abgewiesen. Nun jedoch, da Bartz gefeuert worden sei, unternehme der AOL-Chef einen erneuten Anlauf. Nach Medienberichten berät dieselbe Investmentbank die beiden Konzerne, nämlich die im Technologiesektor erfahrene Allen & Co. Offiziell wollten sich beide Firmen nicht äußern.

Kaum Chancen auf Erfolg
Doch auch nach dem Ausscheiden von Bartz dürfte Armstrong bei Yahoo auf wenig Gegenliebe stoßen. Dies berichtet auch der Nachrichtensender CNBC. Zwar kämpfen beide Internet-Pioniere gegen ein schrumpfendes Geschäft und einen übermächtigen Gegner Google. Doch Yahoo schafft es bis heute, Geld zu verdienen. Dagegen schreibt AOL seit der Loslösung vom früheren Mutterkonzern Time Warner wiederholt Verluste.

Yahoo ist aktuell 18,3 Milliarden Dollar wert, AOL kommt auf 1,6 Milliarden Dollar und verlor am Freitag weitere 5 Prozent. Yahoo lehnte bereits 2008 einen Zusammenschluss mit Microsoft ab. Der Software-Konzern wollte das Web-Portal damals für rund 50 Milliarden Dollar kaufen.

Eine gefallene Größe im Webgeschäft
AOL war einst ganz groß im Geschäft als Anbieter von Internet-Zugängen und ein Portal mit Diensten wie E-Mail. Auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms fusionierte das Unternehmen mit dem Medienriesen Time Warner. Die Firmenehe geriet jedoch zum Desaster und wurde Ende 2009 geschieden.

Um Boden im Web wett zu machen, kaufte AOL in den vergangenen Jahren diverse, erfolgreiche Seiten auf. So wurde die Huffington Post ebenso übernommen wie die Techcrunch. Über letzter wurde eben erst ein Investmentfonds für StartUps ins Leben gerufen.

Mehr zum Thema

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.