Digital Life 03.04.2018

15.000 Flüge verspätet: Computerpanne bei Eurocontrol

© Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Ein Problem mit dem europäischen ETFMS-System sorgt derzeit dafür, dass der Flugverkehr nur langsam ablaufen kann.

Wegen der Panne eines Steuerungssystems ist der europäische Flugverkehr am Dienstag erheblich gestört gewesen. Verspätungen bei rund 15 000 Flügen seien möglich, teilte die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt ( Eurocontrol) in Brüssel mit. Das Problem sei erkannt, und bis zum späten Abend solle der Flugverkehr wieder normal laufen. Der Brüsseler Flughafen meldete am Nachmittag im Kurznachrichtendienst Twitter, dass derzeit nur noch zehn Abflüge pro Stunde möglich seien.

Das sei etwa die Hälfte aller 29 500 Flüge, die für den Tag erwartet worden seien. Das Problem sei erkannt, der Flugverkehr solle bis zum späten Abend wieder normal laufen, teilte Eurocontrol mit. Hintergrund war der Ausfall des sogenannten ETFMS-Systems, das zentral für die Steuerung des Flugverkehrs in ganz Europa ist. Demnach gingen die Daten von Flügen verloren, die vor 12.26 Uhr angemeldet worden waren. Die Fluggesellschaften sollten sie deshalb erneut anmelden. Die Flugsicherheit sei nicht beeinträchtigt gewesen, hieß es.

Inwieweit der österreichische Luftverkehr von den Problemen betroffen ist, ist unklar. Laut den Austrian Airlines mussten derzeit in Wien noch keine Flüge abgesagt werden, man empfehle Fluggästen aber dennoch, den Status ihres Fluges online zu überprüfen.

Gegenüber der APA äußerte sich die Austro Control jedoch zuversichtlich, vorläufig gab es keine merkbaren größeren Auswirkungen. Sowohl bei Starts und Landungen in Wien-Schwechat als auch beim Flugverkehr über Österreich seinen keine größeren Verspätungen registriert worden, sagte Sprecher Markus Pohanka. Da der Fehler bei Eurocontrol bereits identifiziert wurde, sei auch nicht mit Verspätungen zu rechnen. 

Keine Störungen in Deutschland

Auch in Deutschland lassen sich die Auswirkungen derzeit schwer abschätzen. Vor Mittwoch könne man keine Angaben machen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung der Deutschen Presse-Agentur. Das ausgefallene System bezeichnete sie jedoch als „sehr wichtig“. „Wenn das wegfällt, arbeitet man mit Erfahrungswerten.“ Dann laufe jedoch alles etwas langsamer.

Am größten deutschen Verkehrsflughafen in Frankfurt gab es bis zum Nachmittag nach Angaben eines Sprechers keine großen Störungen. Auch Hamburg, Stuttgart und München meldeten zunächst keine Auswirkungen.

( Agenturen , futurezone ) Erstellt am 03.04.2018