Digital Life
07.03.2012

20.000 Klicks auf YouTube für 50 Dollar

Ein Klecks Farbe hat binnen weniger Tage mehr als 60.000 Klicks angezogen. Das war allerdings nur ein Experiment der L.A. Times, die zwei Dienstleister beauftragt haben, die jeweils 20.000 Klicks für 50 US-Dollar versprechen.

Das Internet kreiert oftmals merkwürdige Trends, doch Farbe beim Trocknen zuzusehen gehört definitiv nicht dazu - sollte man glauben. Doch ein von der L.A. Times auf YouTube hochgeladenes Video versucht den Gegenbeweis anzutreten. Das erhielt innerhalb weniger Tage mehr als 60.000 Klicks, obwohl es knapp zwei Minuten lang nur einen Klecks blauer Farbe auf einer Leinwand zeigt.

Der Grund für die hohe Anzahl von Klicks liegt nicht im Video, sondern in einem Versuch, den die beiden Journalisten Jack Leonard und David Sarno gestartet haben. Beide hatten das selbe Video unter ähnlichen Namen auf ihre Accounts hochgeladen. Doch während Sarno das Video auf YouTube ruhen ließ und hoffte, dass jemand per Zufall darauf stoßen würde, kaufte Leonard auf zwei Websites ganz einfach insgesamt 40.000 Klicks. Die Anbieter WorkingYouTubeViews.com und IncreaseYouTubeViews.com lieferten für jeweils knapp 50 US-Dollar sogar weit mehr als die versprochenen 40.000 Klicks, sodass das Video bis zuletzt auf knapp 60.000 Klicks kam.

Virales Video für Geld
Die L.A. Times versuchte die Betreiber der Seiten zu kontaktieren, das verlief aber erfolglos. Wie Nachforschungen zeigten, wurden die Videos wohl durch günstige Facebook-Werbung und Verlinkungen auf anderen Videoplattformen in der Mongolei beworben und so auf die gewünschte Klickzahl hochgetrieben. Um 200 US-Dollar gibt es bereits 100.000 Klicks - höhere Zahlen würden wohl bei Google für Verdacht sorgen. Google überprüft nämlich, wie des öfteren bei viralen Videos zu sehen ist, die Authentizität von sehr beliebten Videos und hält dann den Zähler für die Klicks kurzzeitig an.

Business mit falschen Fans boomt
Ähnliche Angebote wie diese gibt es aber nicht nur für die Videoplattform YouTube, sondern auch für andere Soziale Netzwerke. "Falsche" Likes und Fans auf Facebook sind mittlerweile relativ günstig zu haben und zu einer wichtigen Währung geworden. Das erfuhr auch Bundeskanzler Werner Faymann vergangenes Jahr am eigenen Leib, dessen Facebook-Auftritt von einer "Fan-Invasion" offensichtlicher Fakeprofile heimgesucht wurde.

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