Digital Life
15.05.2017

22-Jähriger stoppte WannaCry im Schlafzimmer

Der 22-jährige Cybersecurity-Spezialist Marcus Hutchins stoppte die Verbreitung der WannaCry-Ransomware aus seinem Zimmer im Haus seiner Eltern.

Eine der Lehren, die man aus dem WannaCry-Cyberangriff ziehen kann: Malware wird manchmal nicht von futuristischen Cybersecurity-Zentralen aus erfolgreich bekämpft, sondern aus dem Kinderzimmer in einem Haus am Land. Marcus Hutchins ist jener 22-jährige IT-Spezialist, der am Wochenende die Verbreitung von WannaCry gestoppt hat, indem er eine Webseiten-Adresse registrierte, die im Code der Ransomware auftauchte. Hutchins hat damit eine Art Notbremse gezogen.

Wie der Telegraph berichtet, arbeitet Hutchins derzeit mit dem britischen Geheimdienst GCHQ zusammen, um WannaCry zu analysieren. Eigentlich ist Hutchins bei einer Cybersecurity-Firma aus Los Angeles angestellt. Er lebt allerdings im Haus seiner Eltern an der Nordküste der englischen Grafschaft Devon, nahe der bekannten Touristenregion Cornwall. Obwohl Hutchins nicht studiert hat, halten Geschäftspartner ihn für einen höchst kompetenten IT-Sicherheitsexperten, der bei der Bekämpfung von WannaCry "nur seinen Job getan" hat.

Über Hutchins ist ansonsten nicht viel bekannt. Auf seinen Social-Media-Profilen drückt er eine Vorliebe für Surfen und Spaziergänge entlang der Küste aus. Der 22-Jährige hat sich offenbar wegen der Natur für ein Leben am Land entschieden. "Ich könnte in die Stadt ziehen, aber wo hätte ich dort so eine Aussicht?", schreibt er etwa in einem Tweet. Sein Arbeitsplatz, ein von drei Bildschirmen gerahmter und mit Pizza-Schachtel übersäter Schreibtisch, befindet sich offenbar in seinem Schlafzimmer.