© Wikipedia

Kunst
08/25/2013

3D-Prints von Van Gogh Bildern um 25.000 Euro

Das Van Gogh Museum in Amsterdam verkauft 3D-Kopien von berühmten Gemälden. Die Technik dafür wurde über 7 Jahre lang von Fujifilm entwickelt. Der Preis für die nahezu perfekten Repliken: 25.000 Euro pro Stück.

Wenn man ein Museum besucht, nimmt man gerne mal ein Poster oder eine Ansichtskarte eines berühmten Gemäldes mit. Ein Motiv, das man besonders häufig in Posterform antrifft, ist Vincent Van Goghs Sonnenblumen. Für Kunstliebhaber, die zwar nicht das Vermögen für Van Goghs Originalwerke haben – das Teuerste wurde um 82,5 Millionen US-Dollar verkauft – aber dennoch gut betucht sind, bietet das Van Gogh Museum in Amsterdam 3D-Prints an. Diese kosten 25.000 Euro pro Stück und sollen die derzeit exaktesten Repliken der echten Gemälde sein.

Die Repliken werden Relievos genannt und die Technologie Reliefografie. Die Technologie wurde über 7 Jahre lang von Fujifilm entwickelt. Die Produktion ist so aufwendig, dass pro Tag nur 3 Relievos hergestellt werden können. Bevor es in den Druck geht, wird das komplette Bild, der Rahmen und die Rückseite in 3D gescannt. Danach erfolgt ein hochauflösender Druck, der die exakte Größe, Farbe, Helligkeit und Textur des Gemäldes reproduziert. Auch der Rahmen, sowie die Stempel und Etiketten an der Rückseite werden originalgetreu reproduziert.

Limited Edition
Bis jetzt wurden 5 Gemälde gescannt und als Relievo angeboten: Sonnenblumen, Mandelblüte, Die Ernte, Feld unter Sturmhimmel und Boulevard de Clichy. Bevor ein Relievo verkauft wird, wird es noch von einem Kurator des Van Gogh Museums inspiziert und kontrolliert. Um zu verhindern, dass ein Relievo als Original verkauft wird, ist jedes Werk mit einem nicht entfernbaren Siegel markiert.

Die Relievos sind auf 260 Stück pro Gemälde beschränkt. Die Einnahmen sollen in die Restauration und Präservation von über 200 Gemälden, Zeichnungen und Briefen gesteckt werden. Auch andere Museen sollen an der Geschäftsidee interessiert sein. Relievos sollen ebenfalls in Universitäten und Schulen zur Ausbildung, sowie für sehbehinderte Menschen eingesetzt werden. Im Gegenzug zu den Originalen dürfen die Relievos berührt werden. „Gerade die Arbeiten von Van Gogh eignen sich aufgrund der Oberflächen-Struktur für die Reliefografie sehr gut", sagt Axel Rüger. Van Gogh war bekannt dafür, die Farben sehr dick auf seine Gemälde aufzutragen, wodurch die Pinselstriche plastisch sichtbar wurden.

Mehr zum Thema

  • Amazon steigt in Kunsthandel ein
  • Albertina erweckt Kunst mit Tablets zum Leben
  • Mona Lisa landet mit Laser auf dem Mond