Abzocke
05/11/2012

AK warnt vor dubiosen Internetanbietern

Vermeintliche Gratis-Angebote können zu Zahlungsaufforderungen und Mahnschreiben führen.

Mit insgesamt 32.700 Beschwerden zum Thema Internetabzocke wurden die Arbeiterkammer (AK) und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) allein im Jahr 2011 konfrontiert. „Der Trick ist meist ähnlich: Attraktiv gestaltete Websites bieten angeblich Spiele, Rezepte, Tattoovorlagen, Gedichte, Lebensprognosen etc. an. Die Kostenhinweise werden von den Firmen mehr oder weniger versteckt und üblicherweise von den Usern übersehen", erläuterte Gabriele Zgubic, Leiterin der Konsumentenpolitik in der AK Wien, im Gespräch mit der APA.

Wochen später folgt dann die böse Überraschung - eine Rechnung flattert ins Haus. „Für den Fall, dass man eine Zahlung ablehnt, wird sofort mit Inkassobüro und Rechtsanwalt gedroht", erklärte die Konsumentenschützerin. Die AK empfiehlt Kunden daher eine Rücktrittserklärung. Bei einem im Internet geschlossenen Vertrag hat man dafür sieben Werktage Zeit.

Ohne Kennzeichnung
Beschwerden gibt es unter anderem zur Homepage http://www.wir-lieben-grosshandelspreise.de, erklärte Zgubic. Laut der Darstellung eines Konsumenten ist er über eine Werbeeinschaltung auf Facebook zu diesem Internetanbieter gekommen. Um zu den Angeboten zu gelangen ist eine Anmeldung notwendig, innerhalb von 36 Stunden bekommt der Kunde dann die Zugangsdaten. Wenige Tage später folgt eine Zahlungsaufforderung, anschließend mehrere Mahnungen. Es gibt bei der Anmeldung keinen Hinweis darauf, dass es sich hier um einen zahlungspflichtigen Dienst handelt und man ein Abo abschließt, warnte die Konsumentenschützerin.

Heikel: Wohnungen per Internet
Mit einem weiteren Beispiel warnt die AK vor unseriösen Wohnungsangeboten im Internet. Mittels Inserat werden Wohnungen angeboten, der vermeintliche Vermieter gibt an, er habe spontan im Ausland einen Job antreten müssen. Daher könne er auch nicht persönlich zur Wohnungsbesichtigung erscheinen. Er fordert Interessenten per Mail auf, Geld per DHL, Western Union etc. zu zahlen. Dann gäbe es den Schlüssel zur Wohnung - den der Kunde nie erhält.

Auch Beschwerden wegen Online-Mobbin
Auch bei der Opferschutzorganisation „Weißer Ring" melden sich Opfer von Cybercrime. „Die überwiegende Mehrzahl dieser Fälle betrifft Verfolgung auf Social Networks", erklärte Sprecherin Erika Bettstein. Aktuelle Zahlen gibt es keine, im ersten Halbjahr betraf die Intensivbetreuung in 86 Fällen die Delikte Mobbing und Internetkriminalität. An zweiter Stelle in Zusammenhang mit Cybercrime stehen auch beim Weißen Ring Probleme mit Internethandel.