Digital Life
15.12.2017

Alphabet errichtet Breitband-Laser-Netzwerk in Indien

Mit einem Netz aus Laser-Verbindungen soll Breitband-Internet im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh verbreitet werden. 2000 Knotenpunkte werden dafür errichtet.

Free Space Optical Communications (FSOC) nennt sich die Technologie, bei der Internet per Laser über große Distanzen verbreitet wird. Man erspart sich das Verlegen von Glasfaser-Kabeln und kann schnell und günstig Breitband in entlegene Gebiete befördern. Die Abteilung X von Google-Mutter Alphabet arbeitet nun mit dem lokalen Internetprovider AP State FiberNet zusammen, um ein FSOC-Netz im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh aufzubauen.

Alphabet hat die Technologie zuvor im Zusammenhang mit seinem Projekt Loon (Internet-Verbreitung durch Ballone bzw. atmospherische Satelliten) verwendet. In Andhra Pradesh haben derzeit nur 20 Prozent der 53 Millionen Einwohner Zugang zu Breitband-Internet. Durch die Initiative AP Fiber Grid soll dies geändert werden. Bis 2019 sollen 12 Millionen zusätzliche Haushalte mit Breitband-Internet versorgt werden. Für den Breitband-Ausbau notwendig sind 2000 Laser-Knotenpunkte auf hoch gelegenen Strukturen, etwa Mobilfunkmasten oder Hochhäusern.

Wie Engadget berichtet, liefern sich große US-Online-Konzerne in Indien beinahe einen Wettkampf darum, wer größere Bevölkerungsteile mit Internet versorgen kann. Ein Konkurrent von Alphabet ist etwa Facebook. Während FSOC im Falle von Project Loon mit nur zwei Laser-Modulen Distanzen von mehr als 100 Kilometern überbrücken konnte, werden Knotenpunkte am Boden in geringerer Distanz voneinander platziert. Welche Leistung FSOC bei Sichtbehinderungen, etwa starken Regenfällen (in Andhra Pradesh herrscht von Juni bis September Monsun), erreicht, wird unterdessen nicht erwähnt.