Digital Life 05.04.2018

Apotheken warnen vor gefälschten Medikamenten aus dem Internet

© Bild: Getty Images/iStockphoto / erwo1/iStockphoto

Der Apothekenverband will mit einer Informationskampagne über die Gefahren beim Online-Kauf von Medikamenten aufklären.

Ein Wust an verfügbaren Informationen führt nicht automatisch zu mehr Wissen. Ausgehend von dieser Tatsache starten die Apotheken eine Informationskampagne mit dem Ziel, die Gesundheits- und Arzneimittelkompetenz ihrer Kunden zu verbessern. Vier Themen stehen im Fokus, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

So wollen die Apotheker auf Risiken gefälschter Medikamente aus dem Internet aufmerksam machen, in denen sogar Straßenstaub und Hundekot enthalten sein kann, wie Jürgen Rehak, der Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes sagte. 95 Prozent der von den Behörden aufgegriffenen Medikamente aus dem Internet seien Fälschungen oder Substandard. In Österreich sind rezeptpflichtige Arzneimittel aus dem Internet überhaupt illegal.

Risiken bei Einnahme

Zweites Schwerpunktthema sind Risiken durch Polymedikation, die überwiegend ältere Menschen betrifft, die Mittel gegen mehrere Erkrankungen nehmen. Bereits ab sechs verschiedenen Medikamenten steigt das Risiko für einen Spitalsaufenthalt rasant an. Eine Verbesserung erwarten die Apotheker durch die E-Medikation, die derzeit österreichweit ausgerollt wird.

Darüber hinaus geht es um die richtige Einnahme von Medikamenten sowie Nahrungsergänzungsmitteln und hier vor allem um die Dosierung. Das sei besonders bei Kindern ein heikles Thema, warnte Ulrike Mursch-Edlmayr, die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer. Dass das Wissen der Kunden bzw. Patienten äußerst lückenhaft sein kann, verdeutlichte Rehak am Beispiel einer Frau, die ihm erklärte, Aspirin gegen Kopfschmerz wirke nachts nicht. In einem OECD-Vergleich belegten Österreicher in Sachen Gesundheitskompetenz den drittletzten Platz.

Leistungen sichtbar machen

In den Fokus stellen werden die - rund 1.400 - Apotheken auch die von ihnen geleistete Versorgungssicherheit. Jeder Betrieb hat im Durchschnitt 49 Stunden pro Woche geöffnet, Betriebsurlaube sind per Gesetz verboten. Bereitschaftsdienste in der Nacht kosten pro Jahr 33 Millionen Euro und werden von der Apotheken fast zur Gänze selbst finanziert.

Die Apotheker wollen durch die Info-Kampagne auch ihre Leistungen und ihre Kompetenz sichtbar machen, die nach ihrer eigenen Einschätzung häufig als selbstverständlich hingenommen werden. Die Kampagne, an der sich auch der Verband Angestellter Apotheker und das Forum Pharmazie beteiligen, beginnt am kommenden Montag (9. April). Informiert wird in Print-Anzeigen, TV-Spots und Online. Zusätzlich steht die Website www.apotheken-sicher.at zur Verfügung.

( Agenturen ) Erstellt am 05.04.2018