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Großbritannien
06/28/2012

App soll Polizei bei Verbrecher-Suche helfen

In Wien wird die Verbrechersuche auf den Bahnhof-Screens erprobt, in Großbritannien geht man noch einen Schritt weiter. Dort gibt es ab sofort eine App, mit der die Identifizierung von Verdächtigen via Smartphone-App vorgenommen werden kann.

Die britische Polizei will Bürger an der Suche nach Verbrechern beteiligen und hat dazu eine App namens „Facewatch" zur Verfügung gestellt, die es für iOS, Android und BlackBerry gibt. Es wurden bereits tausende Bilder von Überwachungskameras eingepflegt, die via App ortsbezogen abgerufen werden können. Gesucht werden z.B. auch noch nicht identifizierte Randalierer von den Ausschreitungen im vergangenen Sommer nach der Erschießung Mark Duggans.

Die Polizei teilte mit, dass in den letzten zwei Monaten im Raum London bereits 29 Personen über diesen Weg ausfindig gemacht wurden. Deshalb werde „Facewatch" jetzt in großräumig ausgerollt. Die Aktion soll eine „moderne Weiterentwicklung von Fahndungsplakaten" sein.

Als Verbrecher stigmatisiert
Kritisch ist dies insofern, als dass laut Angaben von „Facewatch" nicht nur mutmaßliche Verbrecher in der Datenbank der Überwachungsbilder angezeigt werden, sondern auch Zeugen. Es besteht allerdings die Gefahr, dass diese Personen über die Darstellung in der App als Verbrecher stigmatisiert werden.

Eine ähnliche Diskussion gab es in Wien, als man hier Anfang des Jahres die Bahnhof-Screens mit Fahndungsfotos eingeführt hat. Auf insgesamt 29 Infoscreens werden hier vermisste Personen direkt nach gesuchten Schwerverbrechern angezeigt.

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