Digital Life
07.07.2012

Apple-Geräte nicht mehr umweltfreundlich genug

© Bild: Thomas Prenner

Der US-Konzern ist aus dem Green-IT-Programm der USA ausgestiegen. Damit werden Behörden, Schulen und Großkonzerne gewissen Apple-Geräte nicht mehr kaufen, da sie nicht umweltfreundlich sind. Ein besonderer Problemfall ist dabei das MacBook Pro Retina.

Elektronik-Hersteller, die in den USA Geräte an Behörden verkaufen wollen, müssen diese vom EPEAT-System (Electronic Product Environmental Assessment Tool) zertifizieren lassen. Nur wenn ein Gerät gewissen Umweltstandards entspricht und sich gut recyceln lässt, bekommt es das Siegel. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Apple nun überraschend 39 Produkte aus diesem Programm zurückgezogen, darunter auch das MacBook Air, das MacBook Pro sowie Monitore.

Neue Fertigungstechnik als Umweltproblem
Als Grund wird genannt, dass sich die neuen Fertigungstechniken nicht mehr mit dem Umweltprogramm vertragen. So ist etwa im neuen MacBook Pro der Akku ans Gehäuse fest geklebt und lässt sich nicht tauschen. Auch das Display des „Retina" MacBooks lässt sich schwerer reparieren. Der Recycling-Prozess wird so erschwert.  Bei EPEAT ist aber das einfache Auseinandernehmen und Trennen von giftigen Substanzen essenziell. Die Entscheidung zum Rückzug ist bewusst gefallen, so der EPEAT-Chef. Apple hat ihm gegenüber gesagt, dass sich Umweltverträglichkeit und die neuen Designwege ausschließen.

Mögliche Einbußen
Der Rückzug könnte für Apple finanzielle Konsequenzen haben. US-Behörden müssen ihren Gerätbestand zu 95 Prozent mit EPEAT-zertifizierten Modellen bestreiten. Auch Schulen und Großkonzerne richten sich nach dem System, um umweltfreundlich und nachhaltig Elektronik anzuschaffen.

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