Digital Life
23.08.2012

Ars Electronica: Weltbilder für die Zukunft

Das Linzer Medienkunstfestival Ars Electronica, das von 30. August bis 3. September stattfindet, steht dieses Jahr im Zeichen von "Big Pictures". Es geht der Frage nach zukunftsfähigen Bildern in einer globalisierten und vernetzten Welt nach. Dazu sollen Best-Practice-Beispiele aus Kunst und Wissenschaft zeigen, wie ein offener Blick auf die Welt neue Erkenntnisse über das "große Ganze" zu Tage bringen kann.

"Die Dinosaurier haben ausgedient, es braucht neue Denkweisen und Strategien", erklärte Christine Schöpf, mitverantwortlich für die künstlerische Gestaltung des Festivals, bei einer Pressekonferenz zum Ars Electronica Festival in Wien. Von 30. August bis 3. September wird ein Fokus darauf gelegt, wie Kunst und Wissenschaft Weltbilder verändern können.

"Uns wird über den Schulatlas noch immer ein Weltbild aus dem 16. Jahrhundert vermittelt", ergänzt Gerfried Stocker, künstlerische Leiter des Festivals. "Dabei hat sich die Welt weiterentwickelt." Es gebe etwa Visualisierungen der Welt per Twitter-Stream, oder aber die Darstellung der Meeresströme, die von ökologischer Wichtigkeit seien. "Wir blicken nicht mehr von oben auf die Welt herab, sondern sind auf einer Augenhöhe", so Stocker. Diesem Thema widmet sich auch die Konferenz, die am Freitag mit dem Motto "Mapping the World" startet. Hier werden auch spannende Datenvisualisierungsprojekte vorgestellt.

Weitere Konferenzschwerpunkte sind "Science & Art" (Samstag) sowie "Everyday Rebellion" (Sonntag). In Form einer Webplattform als auch eines gerade entstehenden Dokumentarfilms portraitieren Arash und Arman Riahi Menschen aus aller Welt, die gewaltfreien politischen Widerstand leisten. Zudem kommen Rebellen, Aktivisten und Künstler wie James Burke (UK), Hexie Farm (CN) oder Leila Nachawati (ES) zu Wort, die sich für Demkratie, Meinungs- und Gestaltungsfreiheit einsetzen.

Bei der Ausstellung "Desire of Codes" des diesjährigen "Featured Artist", Seiko Mikami aus Japan, im Lentos wird die Beziehung zwischen Menschen und Maschinen thematisiert, die uns umgeben und ihren Blick auf uns richten. Weiße Wände mit Überwachungskameras als "Fühler", sollen ein beklemmendes Setting schaffen. Hochempfindliche Kameras und Mikrofone werden die Bewegungen und Geräusche der Besucher jenseits der menschlichen Wahrnehmungsschwelle erfassen und in einer Datenbank gespeichert. "Desire of Codes" ist ab 30. August zu besuchen.

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Ars Electronica Festivals werden junge Besucher mit „Create Your World", einem eigenen Festival im Festival, eingebunden. Das Programm ist dabei vielfältig und orientiert sich an "Big Pictures". Neu ist das regionale Pendant „Create Your Region", wobei sechs Ansprechpartner in ganz Oberösterreich bei der Umsetzung von Projekten behilflich sind. Per Ideenschleuder können Vorhaben im Netz gepostet und analog mit einem mittelalterlichen Katapult in der Donau versenkt werden. In den „open labs" gibt es etwa eine fahrende Zuckerwattemaschine, die Fahrradfit-Werkstatt oder das Papplab.

Weitere Highlights des Festivals: Am 31. August findet die " Ars Electronica Gala 2012" statt, bei der im Brucknerhaus die Goldenen Nicas an die

vergeben werden. Im Projektionsraum des Ars Electronica Centers werden im Rahmen von "Deep Space live" Weltbilder der Astronomie, Astrofotografie sowie künstliche Lebewesen aus QR-Codes zu sehen sein. Nicht zu vergessen ist selbstverständlich die LinzerKlangwolke, die am Samstag, 1. September einen besonderen Höhepunkt darstellt. Dieses Jahr wurde hierzu ein "Megaprojekt" mit LED-Buchstaben, Bürgerpartizipation, Sound-Collagen und Zivil-Drohnen in Angriff genommen.

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