Digital Life
02.12.2011

Aufregung um Schnüffel-Software am Handy

Laut des US-Sicherheitsexperten Trevor Eckhart werden Millionen Handy-User von einer versteckt installierten Software namens Carrier IQ ausspioniert. Der Software, die laut Herstellerangaben auf über 140 Millionen mobilen Geräten im Einsatz ist, wird angekreidet, dass sie sämtliche Eingaben und Nutzerdaten im Hintergrund aufzeichnet und an die Server des Unternehmens bzw. der Netzbetreiber zur Auswertung weiterleitet.

In den USA sorgt ein kursierendes Video von Eckhart, indem die Wirkungsweise von Carrier IQ auf einem HTC-Android-Smartphone gezeigt wird, für helle Aufregung. Aber auch in Europa zeigen sich User zunehmend beunruhigt, wobei noch unklar ist, ob die Software auf Handys hierzulande im Einsatz ist. Neben Android sollen auch BlackBerry- und iOS-Geräte betroffen sein. Carrier IQ, ein Dienstleister für Mobilfunkbetreiber, hat die Vorwürfe zurückgewiesen und bestritten, dass man Tastatureingaben oder E-Mail- und SMS-Korrespondenz aufzeichne und auswerte. Netzwerk-InformationenDie Technologie des Unternehmens sorge lediglich dafür, dass Netze von den Betreibern effizienter genutzt werden könnten. Dafür bekämen sie zum Beispiel Informationen über Verbindungsfehler und aktuelle Netzwerkprobleme. Genaue Angaben darüber welche Informationen dafür auf welche Weise ausgewertet werden, macht das Unternehmen nicht. Eine Unterlassungsklage gegen Eckhart wurde zuletzt wieder verworfen, nachdem die US-Bürgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) sich hinter den Softwareexperten stellte.

Nach Erscheinen erster Berichte in den USA beeilten sich einige Hersteller und Mobilfunkbetreiber, die Nutzung des Programms in Abrede zu stellen. So versicherten Verizon Wireless in den USA sowie Vodafone und die Deutsche Telekom in Deutschland, keine Services von Carrier IQ zu nutzen. Auch Handy-Hersteller Nokia betonte, bei seinen Geräten keine Produkte von Carrier IQ einzusetzen. Unklar ist auch, ob Apples iPhone auf die Schnüffelsoftware zurückgreift. Letzten Informationen zufolge sollen Spuren der Software auf US-Geräten im Diagnose-Modus zu finden sein.Situation in Europa unklarOb „Carrier IQ“ auch in europäischen Telefonen verbaut ist, ist weiterhin unklar. In Österreich sind die Berichte über die Software auf Verwunderung gestoßen, Anfragen an die Mobilfunkbetreiber laufen noch. Elisabeth Mattes, Sprecherin der Telekom Austria Group, versicherte auf APA-Anfrage jedenfalls, „dass A1 keine Daten dieser Software zur Verfügung hat oder haben will“. Darüber hinaus habe man bereits Stellungnahmen der Handyhersteller eingefordert, was den Einsatz des Programms angehe.