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Workshops Basteln mit Technik: Kinder zerlegen Laptops.

Foto: Barbara Wimmer
Für die Kinder der dritten Klasse der Volksschule Windhabergasse in Döbling haben heute, wie für alle Kinder im Osten Österreichs, die Ferien offiziell begonnen.Die letzte Schulwoche vor der langen Sommerpause gab es für die Volksschüler allerdings noch ein aufregendes Programm: Laptops zerlegen und wieder reparieren.

Tanja Kohn und Christoph Derndorfer von der Initiative „One Laptop per Child" („OLPC") kamen mit ihrem Projekt „Technikbasteln" an die Schule in Döbling. Mit im Gepäck hatten sie einen Beamer und sechs kindergerechte Laptops. In einem interaktiven Workshop wollten sie „Technik begreifbar machen", erzählten sie der futurezone.

Die 23 Schüler waren höchst motiviert und interessiert. Auch wenige Tage vor den Ferien war ihre Wissbegier, zu lernen, was in einem Computer steckt, groß. Sie verzichteten dafür sogar freiwillig auf die „große Pause". Fast jeder in der Klasse hat zu Hause einen Zugang zu einem Computer, einige haben bereits im Alter von acht Jahren ihr eigenes Gerät, erzählten die Kinder.

Wissen in den richtigen Kontext setzen
„Die Schüler wissen meist schon sehr viel, aber sie können ihr Wissen oft nicht in den richtigen Kontext setzen", sagte Derndorfer, der den Workshop bereits 23 Mal abgehalten hat. Beispielsweise haben bereits viele vom „Prozessor" gehört, wissen aber nicht, dass dieser „das Gehirn" des PCs ist.

Mädchen gleich motiviert wie Buben
Nach einer kurzen Theorie-Phase, in der der erste PC hergezeigt wird, ging es ans Eingemachte: Die Kinder durften die mitgebrachten OLPC-Geräte selbstständig in Kleingruppen zerlegen. Begeistert gingen sie ans Werk. Die Mädchen hantierten dabei mit dem Schraubenzieher ebenso gekonnt wie die Buben in der Klasse. Schüchternheit oder „Angst vor der Technik" war in den Kinderaugen keine zu sehen.

„Es ist wichtig, dass Kinder früh mit der Technik konfrontiert werden, aber es ist nicht meine Stärke", sagte die Klassenlehrerin Edith Klafl, die das Projektteam aus diesem Grund unterstützend an die Schule geholt hat. „Es ist schön zu sehen, wie sich durch diese Aktivität die Aufmerksamkeitsspanne der Schüler drastisch erhöht", fügte Klafl hinzu.

"Gefällt mir gut"
Die Kinder waren vom Basteln mit den Computern fasziniert. „Das Auseinandernehmen gefällt mir gut", sagte die neunjährige Lara, als sie das Display des Laptops abschraubt. Die achtjährige Solvej fand es wiederum faszinierend, wie ein Computer von innen ausschaut. Auch Michelle und Julia erzählten, dass sie Spaß dabei hatten und es witzig fanden.

Fast alle Schrauben landeten am Ende der Technikbastelstunde wieder da, wo sie hin sollten. Falls nicht, halfen die Projektleiter nach. „Es hat viel Spaß gemacht mit den Kindern zu arbeiten", sagte Derndorfer abschließend. Wie es mit dem Projekt weitergeht, ist noch offen. „Hier werden wir über den Sommer nach Modellen suchen, wie man das Projekt in die Breite tragen kann", fügte er hinzu.

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Zum Netidee-Projekt:
Beim Projekt "Technikbasteln" werden die Kinder der dritten und vierten Klasse Volksschule im Rahmen von Workshops spielerisch an Technik und Informationstechnologien herangeführt. Das Projekt wird von der Internet Foundation Austria (IPA) im Rahmen der „Netidee" gefördert. Die einzige Bedingung dabei: Alle Ergebnisse müssen von den Projekt-Teilnehmern dokumentiert und im Internet frei zugänglich gemacht werden.

(futurezone) Erstellt am 30.06.2012, 06:00

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