Bodeneffektfahrzeug Airfish fliegt knapp über der Wasseroberfläche bei Tageslicht.

Der Airfish im Jahr 2024.

© ST Engineering
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Mix aus Boot und Flugzeug soll demnächst eingesetzt werden

Fliegende Autos sind im Kontext von Fortbewegungsmitteln der Zukunft immer wieder mal im Gespräch – fliegende Boote weniger. Dabei sind sogenannte Bodeneffektfahrzeuge überraschend effizient. Wenn sie in geringer Höhe über das Wasser fliegen, bilden sich unter den Tragflächen Luftkissen. Dadurch erhalten sie zusätzlichen Auftrieb, die Reichweite steigt. Außerdem sind Geschwindigkeiten von über 500 km/h und Akkubetrieb möglich.

Das Luftfahrtunternehmen ST Engineering aus Singapur hat vor wenigen Tagen angekündigt, sein neuestes Bodeneffektfahrzeug in den Linienbetrieb zu bringen. „Airfish“ soll ab der Jahreshälfte regelmäßig zwischen Singapur und Indonesien unterwegs sein.

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Fährbetrieb zwischen Singapur und Batam

Der indonesische Fährbetreiber Batamfast betreibt schon jetzt eine Direktverbindung zwischen dem Hafen von Singapur und der etwa 10 Kilometer südlich gelegenen indonesischen Insel Batam. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.

In gut einem halben Jahr will das Unternehmen auf dieser Strecke auch einen Airfish einsetzen. Dieser kann inklusive 2-köpfiger Crew zwar nur 10 Personen transportieren, soll aber wesentlich schneller sein. In der VIP-Ausführung können 4 Fahrgäste mit dem Airfish reisen.

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185 km/h Spitzengeschwindigkeit

Das Gefährt erreicht bis zu 100 Knoten – das sind etwa 185 km/h, vergleichbar mit einem Leichtflugzeug. Allerdings wird es als maritimes Fahrzeug zugelassen und braucht keine spezielle Start- und Landeinfrastruktur.

Es ist 17 Meter lang und 15 Meter breit und kann bis zu einer Tonne Ladung transportieren. Die Reichweite wird bei Aerospace Global News mit 300 Seemeilen (555 Kilometer) angegeben.

Laut einer Aussendung sind behördliche Genehmigungen noch ausständig. Weitere Ziele in Südostasien sind in Planung.

Bodeneffektfahrzeuge im Laufe der Zeit

1920er-Jahre: Das Phänomen des Bodeneffekts wurde bekannt, da Piloten feststellten, dass ihre Flugzeuge im niedrigen Landeanflug effizienter zu sein schienen

1960er-Jahre: Die Technologie wurde weiterentwickelt, hauptsächlich in der Sowjetunion. In diese Zeit fällt auch die Entwicklung des "Kaspischen Seemonsters". In den USA forschte der deutsche Ingenieur Alexander Lippisch an den Fahrzeugen

1970er-Jahre: Das Modell Rhein-Flugzeugbau X-113 basierte auf einem Entwurf von Lippisch und flog 1970 erstmals über den Bodensee. Günther Jörg sah Fehler beim Design und entwarf das Tandem Airfoil Flairboat, das seiner Meinung nach besser war. Bis 2004 hatte er 16 Prototypen gebaut.

1979: Das erste Modell der sowjetischen A-90 Orljonk wurde in den Dienst gestellt

1987: Die sowjetische Lun-Klasse wurde in den Dienst gestellt. Nur ein Exemplar wurde gebaut

1993: Die letzten Exemplare des Modells A-90 Orljonk wurden außer Dienst gestellt

1996: Das US-Unternehmen Universal Hovercraft präsentierte sein Bodeneffektfahrzeug "Hoverwing"

2001: Basierend auf der Arbeit von Lippisch entwickelte Hanno Fischer den Airfish 3 und den Airfish 8, der 2001 seinen Jungfernflug antrat

2011: Das Bodeneffektfahrzeug WSH-500 von Fischer Flugmechanik führt Tests in Korea durch. Es kann bis zu 50 Passagiere transportieren

2021: Regent beginnt mit der Entwicklung seines "Seagliders"

2022: Das Liberty-Lifter-Projekt des US-Militärs beginnt

2024: Sea Cheetah will ein wasserstoffbetriebenes Fahrzeug entwickeln

2026: das erste Bodeneffektfahrzeug soll im Linienbetrieb starten

Expansion nach Indien

Ab Ende des Jahres soll der Airfish auch in Indien unterwegs sein. Das Verkehrsunternehmen WOW Ferries will zunächst 4 Fahrzeuge für Regionen mit hohem Potential für Touristen und Pendler anschaffen. Startpunkte sind u.a. in Gujarat und Goa an der Westküste des Landes angedacht. ST Engineering überlegt zudem, seine Fahrzeuge an einem Standort in Indien zu fertigen und warten.

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