Digital Life
31.08.2013

Briten setzen "New York Times" unter Druck

Großbritannien soll offenbar auch von der "New York Times" verlangt haben, Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zu vernichten.

Ein ranghoher Vertreter der britischen Botschaft in Washington sei deswegen bei der Chefredakteurin der Zeitung, Jill Abramson, vorstellig geworden, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag. Das Blatt habe aber nicht darauf reagiert. Auch von britischer Seite habe es seitdem keine Aufforderungen mehr gegeben, dass die Zeitung die Informationen über das geheimdienstliche Ausspähen von Internetnutzern und Telefonkunden vernichtet.

Die "New York Times" wollte sich nicht dazu äußern. Ein Sprecher der britischen Botschaft sagte lediglich, dass es niemanden verwundern dürfte, wenn man an eine Person herantreten würde, die dieses Material besitze. Snowden hatte nicht nur das Spähprogramm des US-Geheimdienstes NSA sondern auch Informationen über ähnliche Aktivitäten des britischen Dienstes GCHQ ans Tageslicht gebracht. Der "Guardian" und andere Medien veröffentlichten die Enthüllungen. Die britische Zeitung wurden nach eigenen Angaben von der Regierung in London zur Vernichtung der Snowden-Dokumente gezwungen.