Digital Life
11.04.2016

Britischer Geheimdienst verhindert Harry-Potter-Leak

Der Harry-Potter-Verlag bekam 2005 Unterstützung vom britischen Geheimdienst GCHQ, um zu verhindern, dass Inhalte eines neuen Buches durchsickerten.

Der Verlag Bloomsbury musste im Jahr 2005 alle Hebel in Bewegung setzen, um Leaks zum damals neuen Buchtitel "Harry Potter and the half-blood prince" (Deutsch: Harry Potter und der Halbblutprinz) zu verhindern. Wie die BBC unter Berufung auf einen Artikel der Sunday Times berichtet, erhielt der Verlag sogar Unterstützung vom britischen Geheimdienst GCHQ. Der Geheimdienst stieß auch auf vermeintliche Textfragmente, die online verbreitet wurden. Einem Bloomsbury-Mitarbeiter wurde eine ganze Seite daraus vorgelesen. Wie sich zeigte, handelte es sich um eine Fälschung.

Totale Abschottung

Der Verlag sicherte sich im Kampf gegen Leaks auch die Unterstützung von Justiz, Polizei und zusätzlichen Sicherheitskräften. "Wir mussten uns komplett einigeln, weil Leute das Manuskript stehlen wollten", sagt Nigel Newton von Bloomsbury. Buchautorin Joanne K. Rowling bat den Verlag darum, zumindest den Buchtitel zu veröffentlichen, weil der Druck so groß wurde.

"Vor meinem Haus sind Leute, die den Müll nach Papierresten durchsuchen", sagte Rowling laut Newton. Ein Reporter begab sich sogar in die Buchdruckerei und versuchte, Angestellte mit 5000 Pfund in bar zu erpressen, um an eine Ausgabe des Buches zu gelangen. Keiner der Versuche, an das Buch zu gelangen, war erfolgreich. Bloomsbury machte nur eine einzige Ausnahme bei seiner strengen Abschottung. Ein todkrankes Kind erhielt das Buch vor der offiziellen Veröffentlichung.