Deutschland
01/30/2011

Chaos wegen Mikrofon-Ausfälle droht

Frequenzen für Internet und Mobilfunk vergeben

In Kirchen, bei Messen, Kongressen, Parteitagen, bei Hörfunk-Übertragungen, Musicals oder Opern droht möglicherweise bald komplette Funkstille. Im Streit um eine Entschädigung der Kultur- und Veranstaltungsbranche wegen befürchteter massiver Mikrofon-Störungen gab es bisher keine Einigung, teilten der Deutsche Bühnenverein und der Berufsverband für Drahtlos- Produktionstechnologe (APWPT) der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag nach jüngsten Gesprächen mit.

Totalausfälle befürchtet
Zu einer Verständigung kam es weder zwischen Bund und Ländern - noch mit den betroffenen Mikrofon-Nutzern, die gravierende Störungen bis hin zu Totalausfällen von Veranstaltungen befürchten. Das bisherige Angebot der Bundesregierung werde abgelehnt.
Hintergrund: Die Bundesnetzagentur hatte im vergangenen Frühjahr bestimmte Frequenzen an die Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und O2 versteigert. Aus diesem Spektrum, das die Drahtlos-Mikros bisher mitnutzen, werden sie nun nach und nach herausfallen, wenn die Unternehmen die Frequenzen für schnelleres Internet via Mobilfunk verwenden.

Keine Entschädigung
Die Bundesregierung will insgesamt 129 Millionen Euro für 2011 bis 2015 bereitstellen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Über die Höhe der Summe und die Vergabekriterien, nach denen Geld für die Anschaffung neuer Mikrofon-Anlagen gewährt werden soll, gibt es Streit. So wie das Angebot jetzt aussehe, werde fast niemand eine Entschädigung bekommen, meinte der Bühnenverein in Köln.

"Das Problem ist auch, dass noch keiner so recht glauben kann, was da an massiven Störungen auf uns zukommt", kritisierte der APWPT- Vorsitzende Matthias Fehr. "Wir brauchen wohl erst eine richtig schlimme Störung. Die wird kommen. Und das wird richtig Stress und hohen Schaden verursachen." Der APWPT vertritt Hersteller und Mikrofon-Nutzer wie Veranstaltungszentren, Messen oder Rundfunktechniker.

(dpa)

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