Die Akzeptanz der Digitalwährung Bitcoin steigt. Experten sind dennoch skeptisch.

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Kein Zahlungsmittel
12/05/2013

China verbietet Banken Bitcoin-Transaktionen

Die chinesische Zentralbank erkennt die Digitalwährung Bitcoin nicht als legale Währung an. Banken dürfen nicht damit handeln, Privatpersonen ist dies aber weiterhin erlaubt.

Bitcoin sei eine Währung ohne "echte Bedeutung" meint die chinesische Zentralbank. Banken in China ist der Handel mit Bitcoin ab sofort verboten. "Es herrscht die Sorge, dass Bitcoin die normalen Geldpolitik-Operationen behindert", meint Wirtschaftsforscher Hao Hong gegenüber Bloomberg. "Es repräsentiert ein inoffizielles Leck im derzeitigen Geldsystem und wird global gehandelt. Es ist schwierig zu regulieren und kann für Geldwäsche verwendet werden. Der Schritt der Zentralbank ist also richtig."

Der Hype um Bitcoin hat gerade in China viele Anhänger gefunden. Die chinesische Bitcoin-Börse BTC China hat unlängst Mt. Gox als weltgrößter Handelsplatz für die Digitalwährung abgelöst. Der Wert von Bitcoin ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Alleine in den letzten zwei Monaten hat sich der Wert eines Bitcoin verneunfacht. Alan Greenspan, der frühere Chef der US-Zentralbank Federal Reserve spricht von einer eindeutigen "Blase".

Die Meldung des Handelsverbots für chinesische Banken hat einen Kurseinbruch hervorgerufen. Der Bitcoin-Wert ist auf einigen Handelsplattformen um mehr als 20 Prozent gefallen. Die kürzlich durchbrochene Marke von 1.000 Dollar wurde wieder unterschritten.

Warnung aus Frankreich

Auch die französische Zentralbank warnt vor Bitcoin. Die digitale Währung sei "hoch spekulativ" und stelle ein "finanzielles Risiko" für Verbraucher dar, erklärte die Zentralbank am Donnerstag in Paris.

So basiere der Bitcoin auf keiner realwirtschaftlichen Aktivität und habe einen sehr stark schwankenden Wechselkurs. Niemand garantiere die Umwandlung des Bitcoins in eine reale Währung. Zudem könnten Hacker Bitcoin-Konten plündern.

Digitale Währungen wie der Bitcoin werden bei Nutzern immer beliebter - und sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Mit digitalem Geld in einer virtuellen Währung können Verbraucher auf Internet-Plattformen und in Online-Gemeinschaften für unterschiedliche Güter bezahlen - oft für rein virtuelle Güter wie Ausrüstungsgegenstände in Onlinespielen, teils aber auch für reale Produkte.

"Von Natur aus" instabil

Einige Online-Währungen können auch gegen echtes Geld umgetauscht werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte bereits, Digitalwährungen tendierten "von Natur aus" zu Instabilität.

Bitcoin waren 2009 als Antwort auf die internationale Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet, die maximale Geldmenge ist begrenzt.