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Digital Life
05/20/2019

Computerfehler bei Hertz macht Automieter zu Autodieben

Weil die Mietwagenfirma regulär vermietete Autos als gestohlen meldete, landeten Kunden zu unrecht im Gefängnis.

Einige Kunden des Autovermieters Hertz erlebten in den vergangenen Monaten unangenehme Begegnungen mit der Polizei, für die ein Computerfehler verantwortlich war. "Sie richteten eine Waffe auf mich. Ich fragte, was los sei", berichtet eine Hertz-Kundin der Webseite ABC Action News. Als ihr die Polizei sagte, das Auto sei als gestohlen gemeldet worden, meinte sie: "Was? Das ist unmöglich, ich habe das Auto gemietet."

Zwei Wochen im Knast

Vorfälle von der Sorte gab es offenbar mehrere. Einige Kunden wurden nach Aufklärung der Umstände wieder freigelassen, andere verbrachten Stunden in Gefängniszellen. In einem Fall saß ein unbescholtener Kunde ganze zwei Wochen hinter Gittern, berichtet The Drive. Verantwortlich für die Vorfälle sei ein Fehler in einem Computersystem von Hertz, berichtet der Anwalt Francis Alexander, der mehrere fälschlicherweise verhaftete Mieter vor Gericht vertrat.

Mehr als 30 Vorfälle

Insgesamt habe es in den USA mehr als 30 solcher Vorfälle gegeben. Hertz musste bisher mehrere zehntausend Dollar an Entschädigung zahlen. Francis Alexander: "Das Problem ist, dass Hertz defekte Computersysteme hat. Sie haben standardisierte Geschäftsprozesse missachtet und als Resultat sind unschuldige Menschen im Gefängnis gelandet. Das ist schockierend und das muss aufhören."

"Diese Demütigung"

Hertz beabsichtigt, mit folgender Stellungnahme zu beschwichtigen: "Falsche Diebstahlsmeldungen sind extrem selten. Wenn sie aufgetreten sind, dann aus einzigartigen Umständen. In den seltenen Fällen eines durch uns verschuldeten Fehlers übernehmen wir die Verantwortung." Einige der unschuldig verhafteten Automieter haben das Erlebnis anscheinend weniger gut verdaut: "Das waren sieben der längsten Stunden in meinem Leben. Diese Demütigung, ich bin einfach schockiert", sagt eine Kundin.