Digital Life
13.11.2017

Computerfehler verlängert Haftstrafe um fünf Monate

Ein Computerfehler hat in Louisville in den USA dazu geführt, dass ein Häftling fünf Monate länger im Gefängnis bleiben musste.

David Reyes aus Kentucky wurde im Oktober 2015 wegen unsittlichen Verhaltens, Freiheitsberaubung und eines tätlichen Angriffs verhaftet. Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Haftstrafe von knapp unter einem Jahr. Er hätte am 25. September 2016 wieder entlassen werden sollen, wie bleepingcomputer berichtet. Freigekommen ist Reyes aber erst am 13. Februar 2017, nachdem seine Familie einen Anwalt eingeschaltet hat, der eine Beschwerde bei Gericht einreichte.

Menschliches Versagen

Grund für die verzögerte Entlassung war laut US-Medien ein Computerfehler, der verhinderte, dass das korrekte Entlassungsdatum im System aufschien. Zudem kam es auch zu menschlichen Versäumnissen: Die Gefängnisaufsicht bemerkte, dass es Fehler im System gab und beantragte eine Prüfung bei den Verantwortlichen, die zuständigen Techniker verabsäumten es aber, zeitgerecht zu reagieren.

Für Reyes hat die Geschichte auch nach seiner Entlassung kein gutes Ende genommen: Statt in die Freiheit wurde er in die Obhut der Einwanderungsbehörde entlassen, weil er illegal aus Mexiko in die USA gekommen war. Im Prüfbericht der zuständigen Verwaltungsbehörde wird angemerkt, dass Reyes den Behörden vorwirft, ihn absichtlich länger im Gefängnis behalten zu haben, um ihn dann der Einwanderungsbehörde ausliefern zu können. Seither haben sich zwei weitere Gefängnisinsaßen gemeldet, deren Haftstrafen eigentlich schon verbüßt sein sollten. Laut Medienberichten könnte das erst die Spitze des Eisbergs sein.