Digital Life
01.01.2016

Das Internet betet für einen Hund mit Schinken am Kopf

Lustig: Ein disziplinierter Hund mit Schinken im Gesicht. Traurig: Viele User „beten“ für ihn, weil sie glauben, dass es ein heldenhafter Vierbeiner mit Brandwunde ist.

„Süß“, „witzig“, oder „ok, ist halt ein Hund“ kommt einem in den Sinn, wenn man das Bild eines Hundes mit einem Blatt Schinken am Kopf erstmals sieht, das auf Facebook die Runde macht. Besonders spannend ist das Foto nicht, dennoch hat es mehr als 122.000 Shares und 69.000 Likes. Die Erklärung dafür ist schnell gefunden: Die Leichtgläubigkeit vieler Facebook-Nutzer.

Stephen Roseman hat das Foto auf seiner Facebook-Seite mit folgenden Worten veröffentlicht: „Dieser arme Hund erlitt schwere Verbrennungen, als er versuchte seine Familie aus einem brennenden Haus zu retten. Ein Like = ein Gebet. Ein Share = zehn Gebete.“ Viele glaubten Roseman anscheinend aufs Wort und teilten das Bild.

Es ist fast schon traurig zu sehen, wie einfach auf Facebook manche Leute hinters Licht zu führen sind. Allerdings macht es auch Spaß solche Kommentare zum Schinkenhund zu lesen: „Sag ein kleines Gebet für dieses arme Baby. Er verdient das nicht aber er liebte seine Familie, die er vor einem Feuer retten wollte“, „wie kann so ein kleines Herz so viel Liebe und Treue halten?“, „gesegnet sei sein Herz!“, „armes, tapferes Baby“, „er ist ein Engel von Gott geschickt, ich hoffe sie können ihm helfen“ und „Gott segne diesen kostbaren Hund, ich könnte weinen wegen seines Schmerz und Leidens“.

Durchschaut

Immerhin besteht noch Hoffnung für die Facebook-Community. Ein paar haben den Witz durchschaut, sind aber wohl wenig amüsiert darüber, dass ihre Freunde das Bild geteilt haben: „Alle die nicht sehen, dass der Hund einen Schinken am Kopf hat, sind behindert“ und „Hört endlich auf diesen Hoax zu sharen!“

Die Humor-begabteren Facebook-User machen sich einen Spaß daraus und teilen das Bild mit Kommentaren wie „So traurig, ich hab plötzlich Lust auf ein Schinken-Sandwich“ und „der Hund braucht kein Gebet sondern ein Brötchen und Majonäse“. Mittlerweile gibt es auch ein paar Memes dazu, wie etwa Fotos von anderen Hunden mit Wurst auf dem Kopf, die sich solidarisch mit Schinkenhund zeigen. Der Autor feiert mittlerweile den Erfolg seines Postings: „Ich glaube ich verdiene einen Grammy für Schinkenhund.“