Künstlerische Darstellung des H-20, basierend auf Sichtungen

Künstlerische Darstellung des H-20, basierend auf Sichtungen

© Asiatimes/Weibo

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Das ist Chinas neuer Tarnkappenbomber H-20

„Bewaffnet mit Nuklear- und konventionellen Raketen, ist der H-20 ein großer Bruch mit der bisherigen Doktrin der chinesischen Luftwaffe.“ Zu diesem Schluss kommt ein kürzlich veröffentlichter Bericht der britischen Royal United Services Institute for Defence and Security Studies.

Denn bisher war Chinas Luftwaffe darauf ausgerichtet, auf eigenem Hoheitsgebiet zu operieren. Die Reichweite ihrer Flugzeuge ist ausgelegt, um die Inselgruppen im Pazifik zu erreichen, die Japan, die Philippinen und Teile von Indonesien einschließen.

Künstlerische Darstellung des H-20, basierend auf Sichtungen

Mehr Reichweite

Der neue Tarnkappenbomber H-20 hat aber eine deutlich größere Reichweite. Ursprünglich gingen die USA davon aus, dass die Reichweite des noch in der Entwicklung befindlichen Flugzeugs 8.500 Kilometer betragen wird. Dies reicht, um von China aus zu starten und Guam zu erreichen. Das ist von hoher strategischer Bedeutung, da sich dort der US-Luftwaffenstützpunkt Andersen befindet. Hier haben die USA ihrerseits Langstreckenbomber, die genug Reichweite haben, um China zu erreichen.

Wie Businessinsider berichtet, gehen Experten jetzt aber davon aus, dass der H-20 nicht nur 8.500 Kilometer Reichweite hat, sondern 12.000 Kilometer. So kann von China aus Hawaii erreicht werden. Außerdem stellt die Reichweite den US-Tarnkappenbomber B-2 (11.000 Kilometer) in den Schatten. Das Design des H-20 erinnert stark an den B-2, da beides Nurflügler sind.

Ein möglicher H-20-Prototyp, der in einem Video des chinesischen Nachrichtensenders CCTV zu sehen war

45 Tonnen Waffenlast

Der H-20 ist nicht für den Luft-Luft-Kampf gedacht. Der Fokus liegt auf Stealth, also den Tarnkappenfähigkeiten, und einer hohen Nutzlast. Laut chinesischen Medien soll er 45 Tonnen Waffenlast haben, inklusive Atombomben. Außerdem könne er 4 Marschflugkörper transportieren und abfeuern, die selbst Stealth-Eigenschaften haben oder mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegen können.

Der Vorteil von Tarnkappenbomber gegenüber Interkontinentalraketen: Bei ähnlicher Reichweite können sie mehr Nutzlast transportieren und sind, sofern die Tarnung funktioniert und sie nicht abgeschossen werden, wiederverwendbar und deshalb auf Dauer günstiger. Außerdem gibt es für den Feind weniger bis gar keine Vorwarnzeit um Gegenmaßnahmen zu ergreifen, während der Abschuss einer Interkontinentalrakete relativ schnell von Frühwarnsystemen erkannt wird.

Künstlerische Darstellung des H-20, basierend auf Sichtungen

USA bekommen neuen Bomber

Die Entwicklung des H-20 wurde erstmals 2016 angekündigt. Die chinesische Luftwaffe plant eine Indienststellung 2021. Es wurden bereits mehrere Prototypen gesichtet, bei denen es sich um den H-20 handeln könnte. Der H-20 wird mit Unterschallgeschwindigkeit fliegen, was die Reichweite erhöht.

Die USA arbeiten ebenfalls an einem neuen Tarnkappenbomber. Der B-21 soll den B-2 ersetzen. Wie der Vorgänger ist er ein Nurflüger mit Stealth-Technologie und hoher Reichweite. Die USA planen 80 bis 100 Stück anzuschaffen, zu einem geschätzten Stückpreis von 600 Millionen US-Dollar. Die Indienststellung ist für 2025 geplant.

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