Apples Software-Chef Craig Federighi bei der Präsentation von HealthKit

© Screenshot

Digital Life
06/10/2015

Deutscher Minister warnt vor Gesundheits-Apps

Hermann Gröhe, der deutsche Gesundheitsminister, warnt vor einem zu sorglosen Umgang mit Gesundheits-Apps. Für Geld allein sollte man nicht Persönlichkeitsrechte aufgeben.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat vor einem zu sorglosen Umgang mit Gesundheits-Apps gewarnt. Gröhe sagte am Mittwoch beim diesjährigen Hauptstadtkongress Gesundheit, solche Instrumente könnten durchaus ein Fortschritt für den aufgeklärten Patienten sein. Jeder müsse aber auch wissen, dass damit persönliche Daten ins Internet gelangen könnten, die nicht ausdrücklich geschützt seien.

Geld sparen reicht nicht

Auch Angebote privater Versicherungsunternehmen unterlägen keinen strengen Datenschutzauflagen, wenn sie etwa elektronisch übermittelte Kundendaten für die Tarifgestaltung nutzten und dafür mit einem Bonus winkten, warnte Gröhe. Geld sparen zu wollen, dürfe nicht dazu führen, bedenkenlos Persönlichkeitsrechte aufzugeben.
Bei der elektronischen Gesundheitskarte müsse die Politik für umfassenden Datenschutz sorgen, denn es gebe kaum sensiblere Daten als Gesundheitsdaten. Die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen erfülle daher die höchsten Sicherheitsstandards.

Probleme mit Gesundheitskarte

Der Minister kritisierte, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sei kein Ruhmesblatt gewesen. Immer wieder seien Blockierer aufgetreten, um diesen Fortschritt ins digitale Zeitalter im Gesundheitswesen aufzuhalten. Er erwarte von der Selbstverwaltung, dass sie jetzt, mit dem e-Health-Gesetz Tempo aufnehme. Das erwarte er auch von der Industrie.