Digital Life
01.05.2014

Die besten Bilder der Sony World Photography Awards

In London fand die Gala zur Verleihung Sony World Photography Awards statt. Fotografin des Jahres wurde eine Amerikanerin mit einem Foto, das häusliche Gewalt zum Thema hat.

Die 31-jährige amerikanische Fotografin Sara Naomi Lewkowicz geht dieses Jahr mit dem Hauptpreis der Sony World Photography Awards nach Hause und darf sich Sony World World Photographer of the Year nennen. Der L’Iris d’or-Preis ist mit 25.000 US-Dollar sowie Kamera-Equipment von Sony dotiert. Das Siegerbild wird dabei aus allen Gewinnern der Profi-Kategorien des Awards gewählt Im Rennen um den Preis waren insgesamt knapp 140.000 Fotos aus 160 Nationen, ein Rekord für die Awards.

Die besten Fotos der Sony World Photography Awards

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Lewkowicz konnte sich mit einer Aufnahme aus der Serie “Shane and Maggie” durchsetzen, die häusliche Gewalt zum Thema hat. Dabei hat Lawkowicz ein amerikanisches Paar mehrere Jahre lang begleitet, während die Beziehung zunehmend von Konflikten gezeichnet war. An einem gewissen Punkt ging es dann so weit, dass der Mann die Frau körperlich misshandelt. Lewkowicz verständigte die Polizei und setzte danach fort, die Auseinandersetzung und die Nachfolgen fotografisch zu dokumentieren. Die Jury lobte vor allem die Farben, die Dramatik und die Provokation, die die Aufnahmen darstellen.

Unterstützung

Ermutigt wurde Lewkowicz laut eigenen Angaben auch von Maggie, der Frau in der Beziehung. Sie habe sie aufgefordert, ihre Arbeit fortzusetzen und ihre Geschichte zu erzählen, damit andere Menschen in ähnlichen Situationen helfen, daraus zu entfliehen. Lewkowicz hat in den USA Journalismus und visuelle Kommunikation studiert und bereits eine Reihe von Foto-Preisen gewonnen. Ihre Werke wurden unter anderem bereits im Time Magazine, im deutschen Stern sowie in japanischen Magazinen publiziert.

Neben Lewkowicz wurden noch zahlreiche Fotos in vielen verschiedenen Unterkategorien ausgezeichnet. Die Gewinner kommen dabei zum Teil aus den USA, Asien, Europa, dem Nahen Osten und Südamerika.

Sieger der Amateure

Die Amateur-Kategorie konnte der Chinese Chen Li für sich entscheiden. Mit seinem Foto “Regen in einem alten Dorf” ging er aus 65.000 Einsendungen als Sieger hervor. Das Foto wurde während der Regensaison in Südchina aufgenommen und zeigt, wie zahlreiche Menschen mit Regenschirmen einen Fluss auf Pflöcken überqueren. Chen Li fotografiert laut eigenen Angaben seit über 30 Jahren und lebt in Fenghuang, einer Provinz in Hunan.

In der Kategorie für Studenten machte Scarlet Evans aus Großbritannien das Rennen. Die siegreiche Aufnahme mit dem Titel #ThenewNewTestament zeigt ein Schild vor einer US-amerikanischen Kirche, das die Gläubigen dazu auffordert, die entsprechende Facebook-Seite der Kirche anzuklicken. “Ich habe das Foto vor einer Kirche in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee gemacht”, so Evans. “Es wirkte einfach wie eine unpassende Nebeneinanderstellung von altem und neuem Glauben. Diese Ironie brachte mich zum Lachen”, erzählt die Fotografin über ihr Werk. Die Studentin des Central Saint Martins College of Art and Design gewann damit Foto-Equipment im Wert von 35.000 Euro für ihre Universität.

Besondere Leistungen für die Fotografie

Mit einem Sonderpreis bei den Awards wurde die amerikanische Fotografin Mary Ellen Mark ausgezeichnet. “Ihre Arbeit wurde ein Maßstab für Exzellenz im Feld von dokumentarischer Fotografie”, so die Organisatoren. Die mittlerweile 74-jährige Mark kann auf eine über 40 Jahre lange Karriere als Fotografin zurückblicken. Einen Namen hat sie sich unter anderem durch ihre Fotos bei Filmdrehs gemacht. In diesem Zusammenhang arbeitete sie auf etwa 100 Filmsets, darunter Arthur Penns Film Alice’s Restaurant sowie Francis Ford Coppolas Apocalypse Now. Abgesehen davon hat sich Mark auch immer mit sozialen Themen für ihre Fotos beschäftigt, wie Armut, Einsamkeit oder Drogensucht. Ihre Werke, die überwiegend in Schwarz-Weiß gehalten sind, sind ab sofort auch im Londoner Summerset House zu sehen und werden im Buch zu den diesjährigen World Photography Awards publiziert.

In der Jugendkategorie für Fotografen unter 20 Jahre ging Paulina Metzscher aus Deutschland als Siegerin hervor. Das Foto der 19-Jährigen zeigt ein Mädchen in einem chinesischen Nachtzug, das sie 2013 aufgenommen hat. “Wir verbrachten 24 Stunden in diesem Zug in China”, erzählte sie über ihr Foto. “Früh morgens stand ich auf und sah dieses Mädchen. Irgendwie vermittelte sie genau diese Atmosphäre und diese Stimmung, die alle Reisenden im Zug gemeinsam hatten”, so Metzscher.

Beitrag aus Österreich

Bereits im Vorfeld der Awards durfte sich der Österreicher Christian Stangl freuen. Er konnte das Rennen um den Austria National Award für sich entscheiden. Sein Bild einer Straßenbahn am Wiener Westbahnhof schaffte es, die Jury zu überzeugen. Der 1978 geborene Niederösterreicher arbeitet hauptberuflich als Motion Design für TV-Produktionen.

Die Awards

Die Sony World Photography Awards zählen zu den wichtigsten Fotografie-Preisen weltweit. Dahinter steht die World Photography Academy, die 2007 gegründet wurde. Mitglieder sind zahlreiche renommierte Fotografen sowie Experten. Auch der jeweilige Sieger des Hauptpreises der Awards wird in die Acedemy aufgenommen und kann somit über zukünftige Preisträger mitentscheiden. Im Anschluss an die Verleihung sind die prämierten Werke im Rahmen einer Ausstellung, unter anderem in London und New York zu sehen.