Digital Life
03.06.2017

„Die Cyber Security Challenge kommt zum richtigen Zeitpunkt“

Die HTL Rennweg nimmt zum ersten Mal an der Cyber Security Challenge teil. Die Schüler schätzen die technische Herausforderung.

Bei der Cyber Security Challenge werden die besten Nachwuchs-Hacker Österreichs gesucht. Die HTL Rennweg in Wien ist heuer das erste Mal dabei. Lehrer Christian Schöndorfer betreut die Schüler bei den Aufgaben, die es im Rahmen der Challenge zu lösen gilt: „Das Thema Security ist derzeit sehr en vogue und bislang unterrichtstechnisch nur rudimentär umgesetzt – da kommt die Challenge exakt zum richtigen Zeitpunkt.“

Für die Schüler ist aber mehr als bloß eine potenzielle Ergänzung des Lehrplans. Es gehe ihnen primär um die technische Herausforderung, aber auch um eine Chance zum Leistungsvergleich. Damit dies nicht in Missgunst ausartet, nimmt Schöndorfer die Rolle eines Betreuers ein: „Zunächst zählt der olympische Gedanke. Sobald eine gewisse Vertrautheit mit der Materie erreicht ist, kommt natürlich der Wettbewerbsgedanke stärker zum Tragen. Hier beginnt für mich die Rolle des Teambetreuers.“ Es sei klar, dass nicht alle gewinnen können. Die HTL Rennweg wird deshalb eine interne Ausscheidung vornehmen und ein Ranking führen: „Es werden nur die Best Of trainiert.“

Geschummelt wird übrigens nicht. „Wir unterstützen die Schüler im Bezug auf Zeitmanagement, Stressresistenz und allgemein Wettbewerbsfieber“, doch die Aufgaben müssen sie selbst lösen. Dabei sind es nicht nur die Schüler, die etwas lernen können: „Aus technischer Sicht begegnen wir uns teilweise auf Augenhöhe – mit manchmal unsicherem Ausgang, wer nun von wem lernen kann.“

1.100 Schüler

An der HTL Rennweg werden 1.100 Schüler unterrichtet, davon besuchen 60% den Zweig Informationstechnologie. „Einer unserer Ausbildungsschwerpunkte ist Netzwerktechnik, ein mit Cybersecurity eng verwandtes Thema. Somit bietet es sich an, das eine oder andere Beispiel im Unterricht zu besprechen.“

Ein eigenes Fach Cybersecurity gibt es zwar noch nicht, dafür aber Kompetenzbereiche, die relevant für dieses Thema sind:

  • Mathematische und technische Grundlagen der Verschlüsselung: Hier werden zeitgemäße Verschlüsselungsverfahren diskutiert und hinsichtlich Schwachstellen beleuchtet
  • Rechtliche Grundlagen der Netzwerksicherheit: Vom Datenschutz über IT – Forensik bis hin zum Strafrecht reicht hier der Bogen
  • Technische Konzepte der Netzwerksicherheit: Bedrohungsszenarien bei IT-Systemen, Abwehrmaßnahmen und Firewallsysteme sind hier zentrale Komponenten
  • Softwareentwicklung: Hier werden komplexe Anwendungen rund um das Thema IT-Sicherheit entwickelt und Penetrationstests durchgeführt
  • Informationstechnische Projekte: Hier haben die Schüler im Rahmen von konkreten Projekten die Möglichkeit, Themen rund um Security zu erleben

Erfolgreiche Schüler

Durch den Schwerpunkt Informationstechnologie, der vor 17 Jahren gegründet wurde, hat die HTL Rennweg bereits zahlreiche Erfolge bei Wettbewerben erzielt. Aktuell stellt man etwa den Staatsmeister in Netzwerktechnik und den Vizestaatsmeister in Medientechnik. Das Diplomarbeitsteam Fantastiq wurde als eine der erfolgreichsten Junior Companies von Dr. Leitl und Ministerin Hammerschmid ausgezeichnet.

2016 wurde das Netzwerklabor vollständig neu adaptiert. Es ist das derzeit größte und leistungsfähigste Netzwerktechniklabor einer österreichischen Schule. Dafür wurden rund zehn Kilometer Netzwerkkabel verlegt, über 120 Router und Switches, sowie zahlreiche Server und 200 TByte Storagesysteme verbaut. Die Adaption erfolgte weitgehend gemeinsam mit den Schülern.

Wer Interesse an einer Ausbildung in der HTL Rennweg hat, sollte bei der Anmeldung möglichst gute Noten vorweisen können. „Wir haben sehr viel mehr Anmeldungen als freie Schulplätze. Daher sehen wir uns die Noten der Zeugnisse und Schulnachrichten der Vorjahre an und nehmen danach eine Reihung vor“, sagt Schöndorfer.

Cyber Security Challenge

Die Cyber Security Challenge läuft noch bis 27. August. Die Teilnahme ist für Schüler, Studenten und Lehrlingen, im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, möglich. Ende September findet das Finale statt. Die Sieger bilden das österreichische Nationalteam und werden beim Finale der European Security Challenge, das heuer in Spanien stattfindet, mit Teams aus 13 anderen Nationen um den Sieg kämpfen.

Wer ein wenig in die Welt der Cyber Security hineinschnuppern will, kann an der Starter Challenge Level 1 teilnehmen. Hier können sich auch Erwachsene und Nicht-Schüler an 16 kniffligen Aufgaben versuchen.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Cyber Security Austria.