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Kino

Dolby Kino in Linz: "Schockierend realistisch"

140 Quadratmeter Leinwand, 394 Sitzplätze: Es ist erst das vierte Dolby Cinema in Europa, das zwölfte weltweit, das nun in Linz eröffnet wurde. Das Angebot ist als Konkurrenz zu IMAX konzipiert und soll weltweit Einzug in die Kinos halten. Das Ziel des Konzerns ist klar: Man will die Betreiber in einem immer schwierigeren Markt an sich binden und gleichzeitig ein Kinoerlebnis schaffen, das einen deutlichen Mehrwert zum eigenen Wohnzimmer bietet. In Linz hat man sich mit Cineplexx zusammengetan, um dort das erste Dolby Cinema im deutschsprachigen Raum zu erschaffen.

„Wir wollen ein komplettes Unterhaltungserlebnis bieten“, sagt Andreas Spechtler, Verantwortlicher für das internationale Geschäft bei Dolby, im Gespräch mit der futurezone. Die Kernelemente von Dolby Cinema sind Bild, Sound und auch die Einrichtung. Der Saal ist mit Dolbys Soundsystem Atmos ausgestattet. Im Unterschied zu anderen Soundsystemen sind dabei mehr Lautsprecher vorhanden, unter anderem an der Decke. 60 einzeln ansteuerbare Lautsprecher sind es, die in Linz für den richtigen Klang sorgen sollen. „Das System funktioniert nicht nur bei lauten, sondern auch bei leisen Stellen im Film“, so Spechtler.

Kontrast und Farben

Für das richtige Bild im Kino ist Dolby Vision verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine Technologie, die für ein besonders lebendiges Bild sorgen soll. „Bei Dolby Vision geht es um drei Elemente: Licht, Kontrast und eine größere Farbpalette,“ so Spechtler. Das Bild im Linzer Saal weiß im Rahmen einer Presse-Vorführung durchaus zu beeindrucken. Die Kontraste und vor allem das Schwarz sind deutlich satter, als man es von Kinos mit konventionellen Projektoren kennt. Auch der 3-D-Effekt wirkt plastischer und realer. „Für mich sieht es so aus, als würde man aus dem Fenster sehen“, erzählt Spechtler. „Es ist schockierend realistisch.“ Eine weitere Besonderheit der Dolby Cinemas ist laut Spechtler die Einrichtung. Das bemerkt man schon, bevor man den eigentlichen Saal betritt. Schon im Gang zur Eingangstür befindet sich eine Leinwand, wo Videoclips laufen, die auf den jeweiligen Film abgestimmt sind. Beim Saal war es das Ziel, ihn so schwarz wie möglich zu gestalten, um den Fokus der Aufmerksamkeit ganz auf das Bild zu legen.

Preisaufschlag

Die Investitionen in das Kino sollen sich für Cineplexx auch bezahlt machen. Der Zuschlag pro Ticket für das Dolby Cinema beträgt in Linz 2,30 Euro. Bekannt wurde außerdem, dass auch der neue Star-Wars-Film in Dolby Vision in dem Saal ausgestrahlt wird, was die Zuseher verstärkt anlocken soll. Zuletzt sorgten populäre Filme für einen Aufwärtstrend bei Cineplexx: Das Plus an Besuchern betrug im Oktober im Vergleich zum Vorjahr 16 Prozent.

Dolbys Vorgaben sind detailliert, 50 Seiten umfasst die Beschreibung der Spezifikationen für ein Dolby Cinema. Die Kosten für die Technik werden von Dolby getragen, zusätzliche Umbauten werden von den Kinobetreibern finanziert. Wie viel von den vier Millionen Umbaukosten in Linz von Dolby übernommen wurden, wollen die Verantwortlichen nicht verraten. Laut Spechtler macht allein die Technik einen „siebenstelligen Betrag“ aus. Für die Kinobetreiber soll das Konzept auch dadurch interessant werden, dass Dolby neue Geräte, wie etwa Projektoren, gratis beisteuert. Drei weitere Säle sollen in Österreich 2016 umgebaut werden. Welche anderen Betreiber an Bord sind oder mit wem Gespräche geführt werden, ist nicht bekannt.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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