Flughafen London-Gatwick (Archivbild).

© REUTERS/Toby Melville

Digital Life
12/23/2018

Drohnen-Angriff in Gatwick bleibt mysteriös: Verdächtige frei

Weiter Rätselraten um den Drohnen-Alarm am Londoner Flughafen. Zwei Festgenommene wurden wieder freigelassen.

Ein Ehepaar, das im Rahmen der Drohnen-Störaktion am Londoner Flughafen Gatwick festgenommen wurde, ist nach Angaben der Behörden wieder freigelassen worden. Der 47-jährige Mann und die 54-jährige Frau, die nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt in der Stadt Crawley leben, hätten sich sehr kooperativ gezeigt. Der ursprüngliche Verdacht, die beiden könnten etwas mit der Drohnen-Aktion zu tun haben, habe sich nicht erhärtet, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Drohnen-Fan als Verdächtiger

Der 47-Jährige sei Fenstermonteur und begeistert von Drohnen und ferngesteuerten Hubschraubern. Sein Arbeitgeber hatte aber bereits den Vorwürfen widersprochen: Der Mann habe während der Störaktionen gearbeitet und sei absolut zuverlässig. Nachbarn beschrieben ihn als hart arbeitenden, unauffälligen, zweifachen Vater. Die Suche nach den Tätern geht damit weiter.

Der Flughafen stellte eine Belohnung für ihre Ergreifung in Aussicht. Gatwick-Chef Stewart Wingate sprach nach den Vorfällen von einer "präzise geplanten Aktivität, die darauf abzielte, den Flughafen lahmzulegen und für maximale Behinderungen vor Weihnachten zu sorgen". Von einem terroristischen Hintergrund gingen er und die Behörden nicht aus. Dass ein anderer Staat hinter den Drohnenflügen stehen könnte, schlossen die Behörden ebenfalls weitgehend aus. Die Medien vermuteten hinter der Tat eher radikale Umweltaktivisten oder einen verärgerten Flughafen-Mitarbeiter.

55.000 Euro Belohnung

Der Flughafen von Gatwick stellte eine Belohnung von 50.000 Pfund (über 55.000 Euro) für jede Information in Aussicht, die zur Ergreifung der Täter führt. Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, verdächtige Beobachtungen zu melden. Kritiker werfen der Regierung vor, dem Drohnenproblem nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet zu haben. Die Zeitung "The Times" berichtete am Samstag, Grayling habe wegen der Brexit-Vorbereitungen eine für dieses Jahr vorgesehene Gesetzgebung zum besseren Schutz von Flughäfen vor Drohnen auf die lange Bank geschoben.

Laut "Mail on Sunday" hätte "das Chaos schon nach wenigen Stunden" beendet werden können, wäre das Hilfsangebot des Militärs nicht zunächst ausgeschlagen worden. Die oppositionelle Labour-Partei forderte eine unabhängige Untersuchung. Bereits jetzt ist es in Großbritannien verboten, Drohnen in der Nähe von Flugzeugen und Flughäfen aufsteigen zu lassen, außerdem dürfen sie nicht höher als 122 Meter fliegen. Bei Verstoß gegen die Ein-Kilometer-Flugverbotszone drohen bis zu fünf Jahre Haft.