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Arbeitsbedingungen
04/12/2012

Ein seltener Blick hinter Foxconns Kulissen

Erst als zweiter westlicher Journalist überhaupt durfte US-Reporter Rob Schmitz eine Foxconn-Fabrik in Shenzhen betreten und brachte ein Video von den Arbeits-Bedingungen bei der Produktion von Apples iPad mit. Dieses zeichnet ein etwas positiveres Bild, als man es gewohnt ist.

Einem Reporter des US-Medienunternehmens Marketplace wurde ein seltener Einblick in die Fertigungshallen von Foxconn gestattet. Rob Schmitz wurde es als zweitem westlichen Journalist überhaupt gestattet, die Longhua-Fabrik des High-Tech-Produzenten in Shenzhen zu besichtigen. Dort wird unter anderem Apples iPad hergestellt. Schmitz dokumentierte seine Eindrücke unter anderem in einem YouTube-Video.

Zwiespältiger Ruf
Foxconn eilt international ein etwas zwiespältiger Ruf voraus. Einerseits ist das Unternehmen für die Produktion eines großen Teils jeglicher Kommunikations- und Unterhaltungselektronik rund um den Globus verantwortlich. Andererseits gelten die Arbeitsbedingungen bei Foxconn im Allgemeinen als katastrophal. In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren Selbstmorden, daneben gab es Unglücksfälle durch Explosionen und zahlreiche Berichte über ausgebeutete Billig-Arbeiter aus der chinesischen Provinz.

Rob Schmitz zeichnet in seinem Bericht ein etwas differenzierteres Bild von Foxconn. In der Longhua-Fabrik alleine arbeiten 240.000 Menschen, der Betrieb sei mehr wie eine Stadt als eine Fabrik organisiert. Der tatsächlich äußerst monotonen Arbeit stünden zahlreiche Erholungs-Einrichtungen, wie Schwimmbäder, Shops, Internetcafes, Bibliotheken und ein Fussballstadion gegenüber.

Gehalt vs. unfaire Behandlung
Im Gespräch mit Arbeitern der Fabrik erfuhr Schmitz, dass Foxconn ein beliebter Arbeitgeber sei. Angestellte erhielten ein für chinesische Verhältnisse überdurchschnittliches Gehalt und das pünktlich. Im Video sieht man, wie sich hunderte Menschen um Jobs bei Foxconn bewerben. Viele von ihnen stammen aus ärmlichen ländlichen Gegenden und hoffen mit dem Einkommen bei Foxconn auf eine bessere Zukunft.

Ein Problempunkt, den offenbar einige Arbeiter gegenüber dem Reporter ansprachen, war Willkür der unmittelbar Vorgesetzten. Viele fühlten sich von diesen unfair behandelt. Unter anderem würden sie von Vorgesetzten gezwungen, abgearbeitete Überstunden nicht anzugeben.

Diskussion in den Medien
In den USA war erst kürzlich bekannt geworden, dass ein vermeintlicher Bericht über Foxconn nicht den Tatsachen entsprach. Für das Radio-Programm "This American Life" hatte Mike Daisey eine Geschichte entworfen, die unter anderem von Rob Schmitz stark angezweifelt wurde. "This American Life" musste die teilweise Fälschung des Berichts am Ende eingestehen.

Wie TheNextWeb anmerkt, ist eine Artikel-Serie der New York Times über schlechte Arbeitsbedingungen bei Foxconn von einem Rückzug weit entfernt. In mehreren Artikeln werden unter anderem gesundheitsschädliche Praktiken und übermäßige Arbeitszeiten angeprangert. Apple sah sich erst im Februar veranlasst, bei der Image-Korrektur seines Zulieferers zu helfen und ließ ein TV-Team des US-Senders

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