Digital Life
07.11.2014

Europol-Schlag gegen Cyberkriminelle im Tor-Netzwerk

Im Rahmen einer großangelegten Polizeiaktion kam es zu 17 Festnahmen. Auch Silk Road 2.0 wurde im Zuge der "Operation Onymous" geschlossen.

Der europäischen Polizeibehörde Europol ist ein Schlag gegen Cyberkriminelle und illegale Märkte im Anonymisierungsnetzwerk Tor gelungen. Wie Europol am Freitag in Den Haag mitteilte, führte die gemeinsam mit dem FBI und anderen US-Behörden durchgeführte "Operation Onymous" zu 17 Festnahmen und der Schließung von 410 versteckten Diensten im Internet.

Die weltweite Aktion gegen "dunkle Märkte", die in dem Anonymisierungsnetzwerk Tor laufen, hat demnach am gestrigen Donnerstag stattgefunden. An der vom Europol-Cybercrime-Centre (EC3) koordinierten Operation nahmen die Polizei- und Justizbehörden von 16 europäische Staaten teil, nämlich Bulgarien, Tschechien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Rumänien, Spanien, Schweden, die Schweiz und Großbritannien.

Schwarzmarkt im Visier

Ziel der Aktion sei es gewesen, den Verkauf illegaler Waren wie Waffen und Drogen über das Internet zu stoppen. Im Zuge der Operation seien Verkäufer und Administratoren dieser Onlinehändler festgenommen worden. "Bitcoins im Wert von ungefähr 1 Million Dollar (798.913,48 Euro), 180.000 Euro in Cash, Drogen, Gold und Silber wurden beschlagnahmt", teilte Europol mit. Der dunkle Marktplatz Silk Road 2.0 sei vom FBI und den US-Zollbehörden vom Netz genommen worden. Der Betreiber von Silk Road 2.0 wurde verhaftet.

"Wir haben Dienste im Darknet erwischt, die Tor verwenden, wo sich Kriminelle für lange Zeit sicher fühlten. Wir können nun zeigen, dass sie weder unsichtbar noch unerreichbar sind", sagte Troels Oerting, Chef des Europol-Cybercrime-Zentrums. "Unsere Bemühungen haben eine Website zerstört, die illegale Schwarzmarktaktivitäten wachsen ließ, und einen sicheren Hafen für illegale Tätigkeiten wie Kinderpornografie, Waffen- und Drogenhandel und Auftragsmorde bot", sagte Kumar Kibble, von der US-Behörde "Homeland Security Investigations/HSI".