Workshop mit s Lab Usern in Wien
Workshop mit s Lab Usern in Wien
© Thomas Prenner

Experiment: User gestalten sich ihre eigene Bank

Experiment: User gestalten sich ihre eigene Bank

Auf der Plattform s Lab lädt die Erste Bank Kunden ein, Ideen für die Bank der Zukunft zu präsentieren. Im Rahmen des ersten Co-Creation Workshops wurden die User in die Erste-Filiale in der Wiener Josefstädter Straße eingeladen, um ihre Ideen für die Bank der Zukunft auch im echten Leben mit anderen zu teilen und gemeinsam im Rahmen eines Workshops neue Ansätze zu erarbeiten.

Als Anreiz, bei dem Workshop teilzunehmen, gibt es Punkte auf der s-Lab-Plattform sowie einen eigens kreierten Badge. Im Gespräch mit den Teilnehmer kommt zum Vorschein, dass es einem Großteil der User aber gar nicht darum geht, sondern einfach um den Anreiz, als Kunde einer Bank persönlich direkten Input geben zu können. Dass man dafür auch einige Stunden investieren muss, störte niemanden der Teilnehmer.

Laut Erste Bank geht es bei den erstmals in Leben gerufenen Workshops auch darum, einen offenen Zugang zu Innovationen zu finden, bei dem verschiedene Themen zum Thema Bank im Vordergrund stehen. Ein Thema lautet etwa “Handy als Bankomatkarte”, ein anderes dreht sich darum, wie Kleinunternehmer profitieren können, wenn man eine Geldbörse durch ein Handy ersetzt.

Überraschungen

Beim Workshop wollen sich sowohl Teilnehmer als auch Erste-Bank-Mitarbeiter überraschen lassen. “Schauen wir mal”, ist der Tenor der Teilnehmenden an diesem Donnerstag. Im Vordergrund steht bei den meisten Teilnehmern die Neugier, was demnächst am Bankensektor passieren wird, wie auch Teilnehmer Alexander (kiniiri) im Gespräch mit der futurezone sagt. “Das Handy hat man immer dabei, darum finde ich es sinnvoll, alles auf dem Handy zu vereinen”, so Alexander.

Der Teilnehmer Reinhard (Mohnblum) ist extra aus der Wachau für den Workshop angereist: “Ich interessiere mich für Innovationen und ich erfahre Neuerungen lieber zu früh als zu spät”. Patrick (pzwien) will sich in erster Linie überraschen lassen.“ Ein anderer Satz, den es im Rahmen des Workshops immer wieder zu hören und zu lesen gibt ist: “Es gibt kein falsch und es gibt kein richtig”. So sollten in einem möglichst offenen Rahmen neue Ideen erarbeitet werden. Die Atmosphäre in der Bankfiliale ist locker, es werden Getränke und kleine Speisen gereicht.

Geld verwalten mit dem Smartphone

Eine Gruppe beschäftigt sich damit, wie man sein Geld mit dem Smartphone einfach und schnell verwalten kann. “Alles, was Wert hat, soll aufs Smartphone kommen”, sind sich die Teilnehmer des Workshops einig. So soll man über das Bankkonto nicht nur Bargeld, sondern auch Gutscheine verwalten können, die man vielleicht irgendwann einmal geschenkt bekommen hat. Die Bank könnte dabei auch helfen, Gutscheine nicht verfallen zu lassen, indem sie die Besitzer rechtzeitig daran erinnert. Auch verschiedene Zusatzfunktionen werden diskutiert, so könnte das Smartphone mit einer entsprechenden App den Besitzer erinnern, sobald er sich in der Nähe eines Geschäfts befindet, für das er einen Gutschein hat. Inspiriert von verschiedenen bestehenden Kundenkarten-Apps soll die zukünftige Bank-App auch das beherrschen können. Auch Konzert-, Theater- oder andere Eintrittskarten sollen so direkt über das Konto verwaltet werden können. Eine weitere Idee ist, dass die App das Bezahlen in Restaurants vereinfacht. Die Rechnung könnte dabei direkt auf das Handy übertragen werden und jeder Teilnehmer der Gruppe wählt einfach aus, was er konsumiert hat und bezahlen will.

Eine andere Gruppe beschäftigt sich damit, was Kleinunternehmer für einen Nutzen daraus ziehen können, wenn das Smartphone die Geldbörse ersetzt. Dazu wurde ein fiktives Szenario eines Weinhändlers durchgespielt, der zwar technikaffin ist, sich mit Backoffice-Thematiken wie Abrechnung nicht intensiv auseinandersetzen will. Dadurch, dass Kunden ihre Bezahlung über das Smartphone abwickeln, könnte das dem Unternehmer viel Arbeit in Sachen Buchhaltung ersparen. Auch Kunden könnten profitieren: Durch die digitiale Bezahlung könnten sie auch Offline-Händler über eine entsprechende Plattform bewerten, ähnlich wie bei Amazon oder Ebay.

Eine dritte Gruppe widmet sich dem Szenario, dass die Geldbörse samt Ausweise komplett vom Handy ersetzt wird. Sie spielen das Szenario eines Studenten durch, der sämtliche Ausweise wie etwa Bibliotheksausweis und Studentenausweis auf seinem Smartphone gespeichert hat. Wenn das Bezahlen über das Handy geregelt wird, soll es außerdem die Möglichkeit geben, sich für gewisse Zwecke ein Limit zu setzen. Geht man abends aus, soll man im Vorhein bestimmen können, wie viel Geld man in Getränke investiert und gleichzeitig einen gewissen Betrag für die Heimfahrt im Taxi reservieren können. Mittels Technologien wie NFC soll das Bezahlen außerdem auch dann möglich sein, wenn der Akku leer ist oder das Smartphone aus einem anderen Grund nicht funktioniert. “Man braucht auf jeden Fall einen Fallback-Plan”, sind sich die Teilnehmer des Workshops einig.

Bilanz Am Ende des Tages ziehen sowohl Workshop-Teilnehmer als auch Erste-Bank-Vertreter eine positive Bilanz. Die erarbeiteten Szenarien werden wohl erst in einiger Zeit in die Realität umgesetzt werden, dennoch konnte man einen guten Eindruck davon bekommen, in welche Richtung es laut Bankkunden gehen soll. Von den Erste-Bank-Verantwortlichen gibt es indes Auffallend ist, wie groß die Bereitschaft von Usern selbst bei einem heiklen Thema wie dem Finanzsektor ist, technische Neuerungen und Möglichkeiten anzunehmen bzw. zu diskutieren. Das Smartphone wird als ein selbstverständlicher Begleiter wahrgenommen, auch an mangelndem Vertrauen in ihr Gerät und den dahinterliegenden Services fehlte es den Teilnehmern nicht.

Das Experiment Co-Creation-Workshop soll laut s-Lab-Verantwortlichen in Zukunft wiederholt werden. Angedacht werden etwa auch Workshops in westlichen Bundesländern, um auch Menschen dort die Möglichzeit zu bieten, ohne lange Anreise teilzunehmen und Ideen für die Bank der Zukunft zu diskutieren. Die Teilnehmer des ersten Workshops wurden nicht nur virtuell mit Punkte und Badges, sondern auch mit Gutscheinen von Thalia im Wert von 100 Euro entschädigt. Anschließend ließ man den Abend bei Getränken gemütlich ausklingen.

Dieser Artikel enstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Erste Bank und Sparkassen.

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