Digital Life
02.03.2012

Facebook am Steuer gefährlicher als Alkohol

In einer britischen Studie wurden verschiedene Szenarien verglichen. Während Telefonieren nach wie vor die größte Ablenkung darstellt, folgt Social Media am Smartphone und SMS tippen bereits knapp dahinter.

Soviel zur "Droge" Facebook: nachdem vielerorts bereits von Facebook-Abhängigkeit gesprochen wird, konnte nun in einer Studie in Großbritannien nachgewiesen werden, dass Facebook am Smartphone eine stärkere Ablenkung als Cannabis oder geringe Mengen Alkohol darstellen. Das Institute of Advanced Motorists testete das Reaktionsvermögen der Fahrer in einem Simulator, in dem die Testpersonen nacheinander den unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt wurden. Obwohl das herkömmliche Telefonieren nach wie vor die größte Ablenkung darstellt und Personen dadurch im Durchschnitt knapp 50 Prozent längere Reaktionszeiten haben, stellt auch das Nutzen von Social Media am Smartphone eine deutliche Ablenkung dar. Im Schnitt war die Reaktionszeit um rund 38 Prozent höher und im Gegensatz zu Fahrern ohne Ablenkung fiel es ihnen ungemein schwerer die Spur während des Tippens zu halten. Wenig überraschend kommt das Verfassen von SMS auf einen nahezu identischen Wert, da es ja im Prinzip die selbe Tätigkeit darstellt.

Im direkten Vergleich mit Alkohol und Cannabis schneiden sogar die beiden wirklichen Drogen besser ab. Der Konsum von Cannabis würde die Reaktionszeit "nur" um 21 Prozent nach oben schrauben. 0,8 Promille, die Grenze für Alkohol am Steuer in Großbritannien, sorgt für eine um 12,5 Prozent erhöhte Verzögerung. Während die Gefahren von Alkohol und anderen Drogen am Steuer durchaus bekannt sind, gilt das Handy am Steuer immer noch als Kavaliersdelikt. Das zeigt auch eine Umfrage des britischen Automobilklubs RAC, nach der acht Prozent der britischen Autofahrer zugeben würden, ihr Handy für E-Mails oder Social Media am Steuer verwendet zu haben. In der Altersgruppe der 17 bis 24-jährigen sind es mit 24 Prozent drei Mal so viele. Der Blog gizmag kritisiert das in seinem Artikel zur Studie: "Wenn 24 Prozent der 17 bis 24-jährigen zugeben würden, betrunken mit dem Auto zu fahren würde es einen öffentlichen Aufschrei geben."

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