Digital Life
30.08.2013

Facebook: Profilbilder für Gesichtserkennung

Das Online-Netzwerk Facebook will künftig die Profilbilder seiner mehr als einer Milliarde Mitglieder in seine Gesichtserkennungsdatenbank einspielen.

Bekannt wurden die Facebook-Pläne über ein geplantes Update der Datenverwendungsrichtlinien des Online-Netzwerkes, über die Facebook am Donnerstag seine Nutzer informierte. Mit der Eingliederung der Profilbilder in seine Gesichtserkennungsdatenbank will Facebook die Markierungsvorschläge („Tag Suggest“) bei Fotos verbessern, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Derzeit werden Gesichter auf neu hochgeladenen Fotos durch den Vergleich mit früheren Fotos identifiziert, die von Nutzern markiert wurden. Über die Funktion „Tag Suggest“ werden Nutzern auf Basis des Abgleichs Markierungsvorschläge unterbreitet. Für europäische Nutzer wurden die 2011 eingeführten Markierungsvorschläge nach Protesten von Datenschützern deaktiviert. Facebook-Nutzer haben die Möglichkeit Markierungen, die von anderen Nutzern gesetzt wurden, entfernen zu lassen.

„Bessere Kontrolle“


Facebooks Chief Privacy Officer Erin Egan rechtfertigte die Facebook-Pläne damit, dass dadurch Nutzern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Informationen erhalten würden. Sie könnten so leichter Fotos finden, auf denen sie zu sehen sind, sagte Egan zu Reuters. Nutzer könnten die Funktion aber jederzeit deaktivieren, so Egan. Ihre Profilfotos würden dann nicht in die Gesichtserkennungsdatenbank einfließen.

Nach Angaben des Chief Privacy Officers des Unternehmens kommt die umstrittene Gesichtserkennung derzeit nur im Rahmen der Markierungsvorschläge zum Einsatz. Eine Ausweitung der Gesichtserkennung wollte Egan gegenüber Reuters jedoch nicht ausschließen.

Ebenso wie andere US-Internet-Unternehmen war Facebook zuletzt im Zusammenhang mit den Internet-Überwachungsprogrammen der US-Geheimdienste ins Gerede gekommen.