© REUTERS / Dado Ruvic

Digital Life
08/27/2020

“Faktenchecks sind Zensur”: Impfgegner klagen Facebook

Die Organisation fühlt sich benachteiligt und bekommt durch Facebooks Faktenchecks weniger Spenden.

Die berüchtigte Impfgegner-Gruppierung Children's Health Defense (CHD) in den USA hat Klage gegen das Facebook eingereicht. Der Grund: Das Programm zu Faktenchecks solle verfassungsmäßige Rechte verletzen. In der Klage, die im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht wurde, wird auch behauptet, Facebook wäre des Betrugs schuldig, weil man gegen impfkritische Werbeanzeigen vorgeht. Auch würde man die CHD dadurch diffamieren. 

Laut der Klage würde Facebook die WHO- und CDC-Definitionen von “Imfpschwindel” in Algorithmen integrieren, weswegen die Inhalte der CHD markiert werden. Facebook hätte sich außerdem mit “unabhängigen Faktencheckern” zusammengeschlossen, um die Inhalte der Gruppierung zu unterdrücken. Das habe den Traffic auf ihrer Webseite massiv zurückgehen lassen, wie es heißt. 

Chef der CHD ist Robert F. Kennedy Jr., Neffe des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy. Der Gruppierung ist auch der Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G ein Dorn im Auge. "Facebook zensiert derzeit die Seite von Children’s Health Defense und zielt auf die Entfernung von Fakten über Impfstoffe, 5G und die öffentliche Gesundheitsbehörden ab", brüskiert sich Kennedy in einer schriftlichen Stellungnahme, wie Ars Technica berichtet. 

Weniger Spenden

Das habe die Organisation bereits geschädigt und werde sie weiter schädigen, weil dadurch weniger Einnahmen durch Spenden lukriert werden können, wie es heißt. 

Kennedy war zuvor über eine andere Gruppierung namens World Mercury Project für die Hälfte aller Impfgegner-Anzeigen auf Facebook verantwortlich, wie im vergangenen Jahr aus einer Untersuchung hervorging

Faktencheck bei Facebook

Das Online Netzwerk ist nach immer lauter werdender Kritik zuletzt verstärkt gegen Falschinformationen auf seiner Plattform vorgegangen. Postings zu sensiblen Themen wie Impfungen dürfen keine Falschinformationen mehr enthalten und werden - sofern sie entdeckt werden - gelöscht. Facebook arbeitet hier auf der ganzen Welt mit verschiedenen Faktencheck-Organisationen zusammen.

Auch Verschwörungstheoretiker haben es seit einiger Zeit schwerer auf Facebook. So wurden zuletzt große Gruppen der Verschwörungsbewegung QAnon gelöscht.

Boykott

Zuvor entschieden sich zahlreiche große Unternehmen zum Facebook-Boykott und schalteten keine Anzeigen mehr auf der Plattform. Kritisiert wurde der zu lasche Umgang mit Hass und Fake News.

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