Digital Life
09/21/2016

Fehler legt nordkoreanisches Internet offen

Ein Fehler in der Konfiguration der nordkoreanischen DNS-Server zeigt erstmals, wie klein das nordkoreanische Internet eigentlich ist.

Nordkorea hat bereits seit einigen Jahren streng regulierten Zugang zum Internet. Doch die Auswahl ist spärlich. Ein Großteil des World Wide Webs ist für nordkoreanische Internet-Nutzer gesperrt, die heimischen Alternativen sind rar. Das zeigt nun auch ein Fehler bei einem koreanischen DNS-Server. Offenbar wurde bereits vor zwei Tagen ein Konfigurationsfehler vorgenommen, wodurch auch außerhalb Nordkoreas auf die DNS-Liste zugegriffen werden konnte. Demnach gibt es lediglich 28 Domains, die auf die nordkoreanische Top-Level-Domain (TLD) .kp enden.

Retro-Design

Dabei deckt man eine relativ große Bandbreite ab. So finden sich neben Webseiten mit Kochrezepten auch zahlreiche von Behörden betriebene Online-Plattformen darunter, die über Wissenschaft, Sport und Kultur berichten - wenig überraschend mit starkem Fokus auf das nordkoreanische Regime. Die meisten Webseiten in der Liste verweigern jedoch die Verbindung oder laden nur mit sehr langsamer Geschwindigkeit. Das Layout der Webseiten erinnert aber eher an die frühen 2000er-Jahre, oftmals kommt das Flash-Plugin zum Einsatz. Ein Überblick findet sich auf NorthkoreaTech sowie GitHub.

Intranet bleibt verschlossen

Star Joint Venture Co, der einzige nordkoreanische Internetanbieter, der auch für die Vergabe der .kp-Domain zuständig ist, besetzt gleich fünf der insgesamt 28 Domains. Der kürzlich angekündigte Netflix-Klon Manbang findet sich nicht darunter. Dieser dürfte wohl nur über eine Set-Top-Box und nicht am Browser abrufbar sein. Er könnte aber auch Teil des nordkoreanischen Intranets sein, auf das ausschließlich in Nordkorea zugegriffen werden kann.