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Formel-E-Fahrer Daniel Abt betrügt im Simulator

So lange die Formel E keine echten Rennen im Freien abhalten kann, matchen sich die Fahrer in virtuellen Rennen im Simulator. Doch das fünfte Rennen der sogenannten "Race at Home Challenge", in dem der Kurs in Berlin-Tempelhof auf dem Programm stand, endete am Samstag mit einem Eklat. Denn wie sich kurz nach dem Ende herausstellte, hatte sich der Audi-Fahrer Daniel Abt seinen dritten Platz mit fremder Hilfe erschlichen.

18-jähriger Profi-Gamer am Steuer

Wie Abt später zugeben musste, saß er nicht selbst am Steuer seines Simulators, sondern ließ den 18-jährigen Profi-Gamer Lorenz Hörzing in seinem Wagen Platz nehmen. Dieser sorgte zunächst am Freitag für eine erstaunlich gute Qualifikation auf dem zweiten Platz und erkämpfte sich schließlich im tatsächlichen Rennen einen dritten Platz. Schon während des Rennens waren erste Zweifel aufgekommen, weil das Gesicht Abts bei der Zoom-Videoübertragung stets von Gegenständen verdeckt blieb.

Der mehr oder minder schlechte Scherz hat Konsequenzen. So wurde Abt nun nachträglich in allen bisher gefahrenen Rennen der "Race at Home Challenge" disqualifiziert. Zudem wurde er zu einer Strafe von 10.000 Euro verdonnert, die er einem karitativen Zweck zukommen lassen muss. Äußerst unangenehm ist der Vorfall allerdings auch für Lorenz Hörzing, der für die parallel stattfindenden E-Sports-Rennen umgehend gesperrt wurde.

In der Zwischenzeit hat sich Abt bei seinen Fans, seinem Team, den Mitstreitern sowie den Formel-E-Organisatoren entschuldigt: "Ich habe es nicht so Ernst genommen, wie ich das tun hätte sollen. Mir ist bewusst, dass mein Vergehen einen bitteren Nachgeschmack hat, auch wenn ich nie etwas Schlechtes im Sinn hatte. Natürlich akzeptiere ich die Disqualifikation und werde 10.000 Euro an ein karitatives Projekt spenden."

Fahrer schöpften schnell Verdacht

Bei der virtuellen Rennserie, mit der UNICEF unterstützt wird, war im fünften Rennen Nissan-Fahrer Oliver Rowland vor Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne siegreich. Durch die Disqualifikation von Daniel Abt rückte Mahindra-Fahrer Pascal Wehrlein auf. Neben Vandoorne hatte unmittelbar nach dem Rennen etwa auch Formel-E-Weltmeister Jean-Eric Vergne Zweifel bekundet, ob Abt tatsächlich selbst im Simulator gesessen war.

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Martin Stepanek

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