Digital Life
01.04.2017

Forscher: Verbindung zwischen Gaming und Arbeitslosigkeit

Die Beschäftigungsrate unter jungen Männern in den USA sinkt, die Zeit, die sie mit Videospielen verbringen, nimmt zu. Forscher sehen eine mögliche Verbindung

Vier Wirtschaftswissenschaftler haben vor kurzem einen Fachartikel veröffentlicht, in dem sie eine Korrelation zwischen sinkender Beschäftigung und steigendem Videospielkonsum unter jungen US-Männern (zwischen 21 und 30) ohne Universitätsabschluss beschreiben, wie der Economist berichtet. In der Publikation heißt es, dass die Beschäftigungsrate für diese Gruppe zwischen 2000 und 2015 um zehn Prozentpunkte auf 72 Proztent gefallen ist. Zudem sind auch die geleisteten Arbeitsstunden stärker gesunken als bei Frauen oder älteren Männern.

Jede Arbeitsstunde, die wegfällt, wird durch ungefähr eine Stunde Freizeitaktivitäten ersetzt, so die Forscher weiter, und Videospielen nimmt in der untersuchten Gruppe 75 Prozent dieser Zeit ein. Die Wissenschaftler merken an, dass die Videospiele zwischen 2000 und 2015 realistischer, komplexer, sozialer und günstiger geworden seien. Es wäre also möglich, dass die Befriedigung, die solche Spiele bieten, einige Nutzer davon abgehalten habe, ihre Karrieren so aggressiv zu verfolgen, wie sie es vieleicht ohne Spiele getan hätten.

Allerdings geben die Forscher zu bedenken, dass viele weitere Studien nötig sein werden, um solche Thesen zu bestätigen. Ihre bisherige Arbeit erlaubt keine Aussagen über die Richtung der Kausalität. Es könnte auch schlicht und einfach so sein, dass arbeitslose junge Männer mehr spielen. Eine moralische Wertung nehmen die Forscher nicht vor. Selbst wenn Spiele junge Männer mit wenig formaler Bildung von Arbeiten abhalte, sei das nicht per se schlecht. Viele Wissenschaftler argumentieren sogar, dass Videospiele in einer Zukunft, in der die Roboter die meiste Arbeit machen, für Menschen ein Ersatz für ihren Job werden könnten.