Digital Life
10.10.2013

Foxconn: Kritik wegen Studenten-Zwangsarbeit bei PS4

Studenten berichten davon, im Rahmen von Praktika bei Foxconn zu Arbeiten an Sonys neuer Spielekonsole genötigt zu werden.

Wie die Hongkonger Tageszeitung Oriental Daily laut TechinAsia berichtet, werden chinesische Studenten zur Arbeit in Foxconn-Fabriken gezwungen, wo sie Sonys neue Spielekonsole PlayStation 4 zusammensetzen. Demnach handelt es sich bei Tausenden Arbeitern um Studenten aus einem IT-Engineering-Studiengang der Jiaotong-Universität Xi’an.

Weigern sich die Studenten für Foxconn zu arbeiten, werden ihnen demnach wichtige Kurse nicht angerechnet, was bedeutet, dass sie ihr Studium nicht abschließen können.

Praktikum

Offiziell gilt die Arbeit als Praktikum und wird von der Universität auch anerkannt und beworben. Studenten berichten jedoch, dass sie bei Foxconn Arbeiten ausführen müssen, die nichts mit ihrer Ausbildung zu tun hätten. Ein Student, dessen Hauptfach Finanzbuchhaltung ist, wurde bei Foxconn abgestellt, Gehäuseteile der PS4 zusammenzukleben. Ein anderer Student mit dem Hauptgebiet Informatik berichtet darüber, die verschiedenen Kabel der PS4 in Schachteln packen zu müssen. Die Arbeitszeiten der Studenten entsprechen denen, der regulären Foxconn-Arbeiter.

„Freiwillig“

Auf Nachfrage von Oriental Daily erklärte Foxconn, dass sämtliche Arbeiten der Studenten freiwillig seien und dass niemand davon abgehalten werde, das Unternehmen zu verlassen. Die betroffene Universität wollte sich nicht darüber äußern, ob sie von Foxconn dafür Geld erhält, Studenten als kostenlose Arbeitskräfte zu vermitteln.

Auch zu den Details der Praktika der Studenten wollte die Uni keine Angaben machen, bestand jedoch darauf, dass sämtliche Vorgehensweisen legal seien und dass die Praktika hauptsächlich zum Ziel hätten, die Studenten dazu zu bringen, dass sie etwas über die Gesellschaft und über das "richtige Leben" lernen.

Bereits vor einem Jahr sah sich Foxconn und die Jiaotong-Universität Xi’an mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Damals ging es um das Zusammensetzen von Apples iPhone 5, die futurezone hat berichtet.