Digital Life
15.06.2016

Gehalts-Unterschiede in der Digitalbranche schwinden

Eine neue Studie zeigt, dass Gehalts-Unterschiede bei Geschlechtern in der Digitalbranche kleiner werden. Frauen ist Karriere außerdem erstmals wichtiger als Männern.

56 Prozent aller Frauen geben einer neuen Studie zufolge ihrer Karriere die oberste Priorität im Leben, während dies nur 46 Prozent der Männer tun. Zu diesem Ergebnis kommt Digitalista, ein Netzwerk für Frauen in der Digitalbranche, das die Studie gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen MindTake Research durchgeführt hat. Zum dritten Mal wurde der Ist-Zustand der heimischen Digitalbranche untersucht. Dabei wurden 514 Personen befragt, die Online-Aktivtäten oder Kommunikation im Internet betreuen.

Mehr Geld

Die durchschnittliche Arbeitskraft in der Digitalbranche verdient der Studie zufolge 3.240 Euro pro Monat. Das Durchschnittsgehalt von Männern ist mit 3.420 Euro nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Frauen verdienen mit 3.070 Euro durchschnittlich deutlich mehr als im Vorjahr (2.860 Euro). "Vergangenes Jahr konnten wir noch einen starken Gender Pay Gap vorzeigen, wie schnell sich dieser beinahe geschlossen hat, bestätigt, dass die Digital-Branche rasch lernt - nicht nur bei neuen Technologien," erklärt Martina Neidhart von MindTake.

Karrierekiller Familie

Keine Verbesserung, gibt es jedoch in der Vereinbarkeitsfrage. Die Hälfte aller Frauen sehen ihre eigene Familienplanung als größtes Karrierehindernis, Tendenz steigend (plus sechs Prozent). Währenddessen sehen nur ein Viertel aller Männer eine Hürde darin. "Familienplanung wird leider auch 2016 immer noch als reines Frauenthema gesehen. Die Studie zeigt, dass viele Frauen bereit sind für eine große Karriere. Unternehmen müssen verstehen, dass sie mit zeitgemäßen Arbeitsmodellen genau diese Frauen fördern und zugleich auch Männern die Möglichkeit geben, sich stärker ins Familienleben zu involvieren," fasst Elisabeth Oberndorfer, Obfrau von Digitalista.

Mehr Ehrgeiz

Beide Geschlechter forderten in diesem Jahr mehr Beförderungen ein. 29 Prozent aller Befragten haben aktiv eine höhere Position erfragt. 2015 waren es um sieben Prozent weniger. Die Zufriedenheit in der Digitalbranche ist weiterhin hoch. 59 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrer Position glücklich zu sein. Auch Männer und Frauen traf dies gleichermaßen zu.