Digital Life
16.03.2017

Hacker veröffentlichen private Bilder von Prominenten

Pünktlich ein Jahr nach der Festnahme im "Fappening"-Skandal haben Hacker erneut private Fotos von Prominenten veröffentlicht, darunter auch von Schauspielerin Emma Watson.

Es ist schon wieder passiert: Am Mittwoch landeten zahlreiche private Fotos von Hollywood-Stars im Netz. Das wohl prominenteste Opfer ist die aus den „Harry Potter“-Filmen bekannte Schauspielerin Emma Watson. Auch Amanda Seyfried, die mit „Mamma Mia“ und „Les Misérables“ Erfolg hatte, sowie zahlreiche andere Darsteller und Models sind betroffen. Wer hinter dem Foto-Diebstahl steckt und wie die Fotos erbeutet wurden, ist unklar.

Doch der Tag der Veröffentlichung wird von vielen Seiten bereits als Signal gedeutet: Vor genau einem Jahr wurde Ryan Collins verhaftet. Collins hatte 2014 die persönlichen Geräte und Konten von zahlreichen Hollywood-Stars, unter anderem Jennifer Lawrence, Kim Kardashian und Kaley Cuoco, gehackt und deren private Fotos und Videos gestohlen. Wenig später landeten sie im Netz. Collins wurde dafür zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt – dass er die Bilder nicht selbst verbreitet hatte, wirkte sich dabei mildernd aus. Der neuerliche Diebstahl könnte eine Vergeltungsaktion für Collins Strafe sein.

Unmöglich zu löschen

Die Hollywood-Stars selbst sind um Schadensbegrenzung bemüht. „Fotos von einer Kleider-Anprobe, die Emma mit einer Stylistin hatte, wurden gestohlen“, so Luke Windsor, Watsons Sprecher, gegenüber der BBC. „Es sind keine Nacktbilder. Anwälte wurden beauftragt und wir werden weiter nicht kommentieren.“ Die Anwälte der Stars verschicken bereits eifrig Abmahnungen an Plattformen, die die Bilder zeigen. Inwieweit das Erfolg haben wird, ist unklar. Rechtlich ist die Situation eindeutig – neben den Urheberrechten wird auch die Privatsphäre der Stars verletzt – doch die Anwälte kommen meist mit den Löschanträgen kaum hinterher. Bereits beim Foto-Diebstahl 2014 verbreiteten sich die Bilder rasch auf Plattformen, wie Reddit und 4chan (siehe Bericht rechts).

Beliebtes Ziel

Emma Watson wurde von diesen vorwiegend männlichen Gruppierungen bereits früh als Ziel auserkoren. Die 26-Jährige äußerte sich bereits 2014 mehrmals kritisch über den Foto-Diebstahl sowie die Reaktion vieler Menschen darauf.

„Schlimmer als die Tatsache, dass die Privatsphäre von Frauen auf Social Media verletzt wurde, sind lediglich die Kommentare, die einen Mangel an Mitgefühl zeigen“, schrieb sie damals auf Twitter. Zudem setzt sie sich seit 2014 als UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte ein und tritt auch für andere Frauenrechtsorganisationen als Aktivistin auf. Unbekannte starteten 2014 die Kampagne „Emma You Are Next“ (Übersetzt: „Emma, du bist die Nächste“), im Zuge derer mit der Veröffentlichung von Nacktbildern der Schauspielerin gedroht wurde.

Promis erpressen

Es ist ungewöhnlich, dass derartige Fotos ohne jegliche Warnung im Netz veröffentlicht werden. Üblicherweise sind Opfer derartiger Hacks mit Erpressern konfrontiert. Diese fordern meist Geld, ansonsten werde man die Bilder im Netz veröffentlichen oder an Freunde und Familie schicken.

Damit ist beispielsweise die deutsche Song-Contest-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut konfrontiert. Der Laptop ihres Freundes, auf dem sich private Fotos von ihr befanden, wurde gestohlen. Die Diebe forderten daraufhin Geld. US-Schauspielerin Mischa Barton („O.C. California“) geht aktuell zudem vor Gericht gegen einen Bekannten vor, der ohne ihr Wissen intime Videos und Fotos von ihr aufgenommen hatte. Diese wurden nun offenbar verschiedenen Plattformen, unter anderem auch Pornoseiten, zum Kauf angeboten. „Rachepornos“ endgültig aus dem Netz zu entfernen, gestaltet sich so schwierig, dass es sogar eigene Agenturen gibt, die diese gegen Bezahlung suchen und löschen lassen.