Digital Life
28.08.2013

Hackerangriff auf "New York Times" und Twitter

© Bild: Lucas Jackson, reuters

Zwei Wochen nach Serverproblemen bei der „New York Times" hat ein Hackerangriff die Internetseite der Zeitung erneut abstürzen lassen. Eine „bösartige Attacke von außen" sei Grund für den Ausfall, ließ die Zeitung ihre Mitarbeiter wissen und riet beim Versenden sensibler E-Mails zur Vorsicht. Auch Twitter wurde angegriffen.

Die Internetseite, die zu den beliebtesten US-Nachrichtenseiten gehört, war am Dienstag mehrere Stunden nicht erreichbar und veröffentlichte ihre Artikel vorübergehend nur auf Twitter und Facebook.

Die „Syrian Electronic Army", die aus Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bestehen soll, bekannte sich auf Twitter zu der Attacke. Die angebliche Hackergruppe teilte mit, nicht nur die „ New York Times", sondern auch die britische Ausgabe der „Huffington Post" sowie die Website Twitter.com unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Beide Seiten blieben aber erreichbar.

Twitter bestätigte allerdings einen Angriff. "Bei unserem DNS-Provider traten Unregelmäßigkeiten auf, die DNS-Einträge für verschiedene Organisationen wurden modifiziert", heißt es seitens Twitter. Betroffen sei vor allem twimg.com gewesen, allerdings nur vereinzelt. "Keine Informationen über Nutzer waren von diesem Vorfall betroffen", so Twitter.

Bereits mehrere Medien angegriffen
Die Gruppe hat sich bereits zu Attacken auf Twitter-Profile großer Medienunternehmen bekannt, darunter die „Financial Times", der britische Sender BBC und die US-Nachrichtenagentur AP. Über das Twitter-Profil von AP wurden Falschinformationen über Explosionen im Weißen Haus und eine Verletzung von Präsident Barack Obama verbreitet. Auch die französische Agentur AFP, der US-Sender CBS-News und das US-Satiremagazin „The Onion" wurden Berichten zufolge bereits Ziel von Attacken.

Die Gruppe wirft westlichen Medien vor, falsch über den Bürgerkrieg in Syrien zu informieren. Häufig nutzen die Hacker die kurzzeitige Kontrolle, um Propaganda-Botschaften zu verbreiten und etwa zur Unterstützung des Assad-Regimes aufzurufen. Die Passwörter werden meist über sogenannte Phishing-Attacken erbeutet, bei denen eine vertrauenswürdig aussehende E-Mail einen schädlichen Internet-Link enthält.