Digital Life
07.12.2015

Halal-Fleisch: Auch Merkur hat mit Hasspostings zu kämpfen

Zahlreiche Facebook-Nutzer fordern zum Boykott der REWE-Gruppe auf, da Merkur weiterhin Halal-Fleisch verkauft. Der Lebensmittelhändler erhält aber auch Zuspruch.

Nach Spar hat der nächste Lebensmittelkonzern mit Hasspostings wegen des Verkaufs von Halal-Fleisch zu kämpfen. Seit Donnerstag beklagten sich zahlreiche Facebook-Nutzer über diesen Umstand auf der Facebook-Seite von Merkur. Dabei wird zum Teil mit Tierschutz argumentiert, oftmals wird aber auch auf fremdenfeindliche Aussagen zurückgegriffen. Einige Nutzer rufen auch zum Boykott der REWE-Gruppe, dem Mutterkonzern von Merkur, auf. Zur REWE-Gruppe gehören unter anderem auch Billa und Penny, in denen aber kein Halal-Fleisch verkauft wird.

Das arabische Wort „Halal“ kennzeichnet Dinge, die nach islamischem Recht „erlaubt“ sind. So wird auch die Schlachtung von Tieren genau geregelt. Dabei muss das Tier vollkommen ausbluten und ein Gebet gesprochen werden. Für Diskussionen sorgt vor allem die Behauptung, die Tiere würden vor dem Ausbluten nicht betäubt. Das dementiert Merkur auf seiner Facebook-Seite. „Halal-Fleisch bei MERKUR wird nicht durch betäubungsloses Schächten gewonnen. Die Tiere werden unter strengster Einhaltung sämtlicher tierschutzrechtlicher Bestimmungen vor dem Entblutestich betäubt.“

Neben Kritik auch Zuspruch

Merkur betonte bereits am vergangenen Donnerstag, dass der Verkauf von Halal-Fleisch fortgesetzt werden soll. Dieser Umstand dürfte das Unternehmen zum neuen Ziel jener Gruppe gemacht haben, die zuvor Spar heftig kritisierte. Nach dem überraschenden Rückzug von Spar versuchen nun aber auch viele Facebook-Nutzer die Kritiker in Schach zu halten. So erhält Merkur auf seiner Seite auch sehr viel Zuspruch für seine Entscheidung, zudem verteidigen einige Facebook-Nutzer den Konzern gegenüber Kritikern.

Merkur hatte bereits vor zwei Jahren wegen Halal-Fleisch mit einem Shitstorm zu kämpfen. Damals nahm der Konzern erstmals Halal-Fleisch in sein Sortiment auf. Die Kritik fiel damals ähnlich aus, der Konzern gab aber nicht nach.