Digital Life
04.11.2013

Handelskette scannt Kunden-Gesichter für Werbezwecke

Mittels Gesichtserkennung soll der Kunde analysiert werden, um ihm auf Monitoren personalisierte Werbung anzuzeigen. Datenschützer empört die Idee des Handelsriesen Tesco.

Der britische Handelsriese Tesco will an seinen 450 Tankstellen künftig die Kunden scannen, um seine Reklame besser nach Alter und Geschlecht steuern zu können. Das System dazu besteht aus einem Hightech-Flachbildschirm an der Kasse, der die Gesichter der Kunden einscannt und dann passende Werbeangebote macht. Wie die Technologiefirma Amscreen, die das System entwickelte, mitteilte, wird auch die jeweilige Tageszeit beachtet, um beispielsweise am Vormittag einen Energydrink anzubieten. Die Zeit, die der Kunde zum Betrachten der Reklame aufbietet, wird ebenso überprüft wie die von ihm schließlich gekauften Waren.

Heftige Kritik

Gegen Vorwürfe von Datenschützern, Kunden ohne ihre Zustimmung zu überwachen, wehrte sich die Firma. Eine Amscreen-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, es kämen weder sogenannte Eyeball-Scanner noch andere Identifizierungsmethoden zum Einsatz. Es gehe nur um das Geschlecht und drei verschiedene Altersstufen, versicherte die Sprecherin. Außerdem werde kein Bild gespeichert. Datenschützer reagierten trotzdem empört. So sprach Nick Pickles von Big Brother Watch von einem „enormen Problem“.

System wird ausgeweitet

Amscreen-Chef Simon Sugar erklärte, sein Unternehmen wolle „möglichst viele Supermärkte“ mit dem System ausrüsten. Die Flachbildschirme sollten außerdem in Krankenhäusern, Flughäfen, Bahnhöfen oder Banken aufgestellt werden.