Digital Life 01.12.2015

Hassposter werden auf Plakaten in Nachbarschaft vorgeführt

© Bild: Criola

Eine brasilianische Kampagne will Hasspostern zeigen, dass "virtueller Rassismus" echte Konsequenzen haben kann. Dazu werden Plakate mit deren Hasspostings aufgestellt.

Klarnamen, temporäre Sperren, Geldstrafen: Es scheint kein verlässliches Mittel gegen Hassposter zu geben. Eine Anti-Rassismus-Kampagne in Brasilien versucht nun einen neuen Ansatz. Statt Postings zu löschen, lenkt die Kampagne den Fokus auf die Hassposter. Dazu werden rassistische Postings von Facebook-Nutzern auf große Plakate gedruckt, die in der Nähe der Verfasser aufgestellt werden. Der Standort des Hassposters wird anhand von Geo-Tagging bestimmt, meist geben die Verfasser im Posting ihren ungefähren Wohnort an.

Die Kampagne mit dem Titel „Virtueller Rassismus, echte Konsequenzen“ wurde von der NGO „Criola“ initiiert, die die Rechte afrobrasilianischer Frauen vertritt. Auslöser der Kampagne war eine Welle von rassistischen Kommentaren gegen die Journalistin Maria Júlia Coutinho. Diese Kommentare wurden nun im Rahmen der Kampagne aufbereitet.

Die Profilbilder sowie die Namen der Verfasser werden jedoch verpixelt. Man habe nicht die Absicht, jemanden bloßzustellen, so die Verantwortlichen. „Wir wollen lediglich die Bevölkerung aufklären, sodass sie in Zukunft über die Konsequenzen nachdenken, wenn sie rassistische Kommentare verfassen.“

( futurezone ) Erstellt am 01.12.2015