Digital Life
04/14/2014

Heartbleed: Noch tausende österreichische Server betroffen

Obwohl die Heartbleed-Lücke durch Patches relativ einfach geschlossen werden kann, sind laut der ARGE Daten noch tausende österreichische Webserver betroffen.

Vergangene Woche wurde die Sicherheitslücke "Heartbleed" in der weitverbreiteten Verschlüsselungs-Software OpenSSL bekannt. Laut der ARGE Daten sind davon noch "einige tausend österreichische Webserver" betroffen, hieß es in einer Aussendung am Montag. Auffällig sei der hohe Anteil von Servern aus dem öffentlichen Schul- und Bildungswesen, informierte die ARGE Daten.

Laut den Datenschützern ist die fehlerhafte Software bei etwa 40 Prozent der in Österreich laufenden Apache-Servern - mit mehr als 100.000 Installationen - installiert. Durch die Lücke sind Passwörter und andere vertrauliche Informationen offen zugänglich. Eine vertrauliche Stichprobenüberprüfung durch eine IT-Sicherheitsfirma am Wochenende zeigt, dass in Österreich einige hundert Server von Behörden, Bundes- und Landesstellen betroffen sind, so ARGE Daten. Auch zahlreiche Gemeinden würden mit unsicheren Serverinstallationen "glänzen".

User müssen informiert werden

Die Datenschützer wiesen darauf hin, dass betroffene Nutzer laut Gesetz durch den Serverbetreiber über die Lücke verständigt werden müssen. "Das absolute Minimum an Informationspflicht ist die Bekanntgabe der Lücke auf der jeweiligen Website des Betreibers. Wenn Benutzer nur selten eine Website nutzen oder wo besonders hoher Schaden droht, ist zusätzlich eine direkte Verständigung der Betroffenen erforderlich", so Hans Zeger, Obmann der ARGE Daten.

Strafen für Unternehmen

Außerdem besteht die Pflicht zur unverzüglichen Beseitigung der Lücke. Im konkreten Fall ist die Schwachstelle relativ einfach zu beheben, daher müsse sie laut Zeger auch innerhalb eines Tages geschlossen werden. Demnach hätte es bereits seit 9. April keine Server mit dieser Lücke mehr in Österreich geben dürfen, so die Datenschützer. Laut der ARGE Daten drohen Betreibern, die nicht unverzüglich reagieren, neben Schadenersatz auch Verwaltungsstrafen.

3.900 IP-Adressen betroffen

Das IT-Security-Unternehmen SBA Research scannt seit dem 10. April österreischische IP-Adressen. Insgesamt wurden 121.420 IP-Adressen identifiziert, die HTTPs nutzen. Davon sind derzeit noch immer mehr als 3.900 von Heartbleed betroffen. Am 10. April waren es mehr als 5.000.