Digital Life
27.03.2018

Hyundai-Gewerkschafter: "Elektroautos sind böse"

Im schlimmsten Fall könnten Elektroautos 70 Prozent der Jobs bei Hyundai kosten, warnt Gewerkschafts-Chef Ha Bu-young.

"Elektroautos sind ein Desaster. Sie sind böse. Wir sind sehr nervös", meint Ha Bu-young, der Chef der Arbeitergewerkschaft bei Südkoreas größtem Autohersteller, Hyundai, in einem Reuters-Interview. "Wir haben Angst um unsere Jobs. Wir spüren eine Art von Krise." Die langfristige Entwicklung der Arbeitsplätze sehe aufgrund des Aufstiegs von Elektroautos finster aus. Elektroautos benötigen weniger komplexe Motoren und Getriebe, weshalb vor allem in diesen Bereichen Job-Verluste drohen.

In drei von fünf Hyundai-Fabriken im südkoreanischen Ulsan seien Arbeiter gebeten worden, längere Urlaube zu nehmen, meint Ha Bu-young alarmiert. Grund dafür sei der schleppende Verkauf konventioneller Automodelle in den USA und anderen Märkten. Der Gewerkschafter sieht seine Krisen-Vision auch durch die Nachricht bestätigt, dass General Motors ein Werk in den USA schließen will. Außerdem will das Hyundai-Management Einsparungen vornehmen. Unter anderem sollen von der Firma bezahlte, einwöchige Europa-Reisen für Angestellte zurückgefahren, sowie Sportveranstaltungen gestrichen werden.

Wie Electrek kommentiert, sei der Vorwurf, dass Elektroautos böse seien, weil sie Auswirkungen auf die Produktion haben, absurd. Bei Hyundai sei die Elektroautosparte noch sehr klein. Derzeit produziert wird alleine das Modell Ioniq mit Elektro oder Hybrid-Antrieb. In Zukunft soll der Hyundai Kona dazukommen, aber auch hier sind vorerst nur geringe Stückzahlen vorgesehen. Entwicklungen auf den Gebieten Automatisierung, Robotik und künstliche Intelligenz werden sich laut Electrek weitaus schwerwiegender auf die Arbeiterschaft von Hyundai auswirken als eine Ausweitung der Elektroautoproduktion.