Bademoden-Fotos könnten künftig von Instagram als "Borderline" eingestuft werden

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Digital Life
04/11/2019

Ihr kriegt jetzt weniger Likes auf Instagram? Daran könnte es liegen

Die Foto-Plattform will die Verbreitung von Inhalten einschränken, die beinahe gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.

Die Foto-Plattform Instagram hat relativ strenge Regeln, wenn es um dort veröffentlichte Inhalte geht. So sind etwa Darstellung von Nacktheit oder Gewalt unerwünscht. Dennoch gibt es aber sehr viele Accounts, die diese Richtlinien stark ausreizen bzw. an den Verboten vorbeischrammen. Nun beginnt die Plattform, dagegen vorzugehen.

„Wir haben begonnen, die Verbreitung von Beiträgen zu reduzieren, die unangemessen sind, aber nicht gegen die Community-Richtlinien von Instagram verstoßen“, erklärten Verantwortliche der Plattform bei einer Präsentation im Firmenhauptquartier.

Nackte Haut und Memes

Gemeint dürften etwa solche Beiträge sein, bei denen viel nackte Haut, angedeutete sexuelle Handlungen oder angedeutete Gewalt zu sehen sind. Das dürfte auch Memes und ähnliches betreffen, die sich genau über solche Fotos lustig machen. Auch Spam-Beiträge und Interaction-Fishing soll dazu zählen.

In weiterer Folge bedeutet dies, dass entsprechende Beiträge nicht mehr in der „Entdecken“-Kategorie oder in den Hashtag-Seiten auftauchen bzw. vom Algorithmus herabgestuft werden. Sie werden also weniger gesehen und bekommen damit weniger Likes. Im Grunde ist es wie ein Shadowban - nur, dass nicht der gesamte Account, sondern einzelne Fotos betroffen sind.

Algorithmus trainieren

Diese „Borderline“-Fotos sollen von den Moderatoren entsprechend markiert werden, während sie nach anderen Verletzungen der Nutzungsbedingungen suchen. So soll der entsprechende Algorithmus trainiert werden.

Konkrete Beispiele, wann etwas "Borderline" ist und wann nicht, gibt Instagram auf seiner Website nicht. Bei einer Präsentation vor US-Journalisten wurde aber gezeigt, das ein Foto einer Frau in Unterwäsche als "Borderline" zählt. Die neue Regel könnte also vielen weiblichen Influencern Reichweite und Likes kosten und in der Folge Einnahmen durch Werbedeals.

Vorest soll die Änderung den eigenem Feed und die Stories nicht betreffen, wie TechCrunch schreibt. Es ist aber gut möglich, dass die Maßnahmen künftig noch ausgeweitet werden. Auch Instagram-Besitzer Facebook hat vor einiger Zeit angekündigt, die Verbreitung von „Borderline Content“ einschränken zu wollen.