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CEO-Fraud Internetbetrüger nehmen oberösterreichische Firmen aus.

Oberösterreichische Unternehmen wurden Opfer des CEO-Frauds
Oberösterreichische Unternehmen wurden Opfer des CEO-Frauds - Foto: yanlev - Fotolia/yanlev/Fotolia
Rund 40 oberösterreichische Firmen erhielten E-Mails mit Zahlungsaufforderung des vermeintlichen Geschäftsführers. Beträge von 15.000 und 37.000 Euro wurden überwiesen.

Internetbetrüger haben derzeit Klein- und Mittelbetriebe in Oberösterreich ins Visier genommen. Seit etwa 14 Tagen erhalten Mitarbeiter von Buchhaltungsabteilungen vermehrt E-Mails, in denen um die Bezahlung einer Rechnung für ein angekauftes Kunstwerk ersucht wird. Als Absender scheint der jeweilige Geschäftsführer auf. Zwei Firmen tappten in die Falle. Überwiesen wurden 15.000 und 37.000 Euro.

Über 40 Fälle

Den Mitarbeitern wird von den Betrügern auch die Bankverbindung und die Rechnung übermittelt, um die Echtheit des Vorganges zu bestätigen. „Es gibt über 40 Fälle in ganz Oberösterreich, von denen wir Kenntnis erlangt haben“, sagte der Leiter der Betrugsabteilung des Landeskriminalamtes Oberösterreich, Gerald Sakoparnig, am Montag.

Die Täter wenden eine ähnliche Masche an wie im Fall des Cyberangriffs beim oberösterreichischen Luftfahrtzulieferer FACC, allerdings in abgespeckter Form. Im Jänner war die FACC Opfer eines sogenannten „Fake President Fraud“ oder CEO-Frauds (Geschäftsführer-Betrugs) geworden. Im Namen des CEO wurde verlangt, über 50 Millionen Euro für ein angebliches Geschäft zu überweisen. Dem wurde Folge geleistet.

„Auf gut Glück“

Bei den nun angeschriebenen Firmen geht es um weit kleinere Beträge. Die Mitarbeiter werden in den E-Mails von ihren vermeintlichen Geschäftsführern mit dem Vornamen angesprochen, was ein Misstrauen erwecken kann, wenn der Chef mit dem betreffenden Mitarbeiter tatsächlich „per Sie“ ist, gab Sakoparnig zu bedenken. „Doris, kannst du heute noch eine internationale Überweisung durchführen?“, steht beispielsweise in den betrügerischen E-Mails.

Die Daten der Firmen und die Namen der Mitarbeiter finden die Betrüger im Internet, großteils auf der Homepage der Unternehmen und auch über Social Media. „Dann probieren sie es auf gut Glück“, schilderte der Kriminalbeamte. Die Täter verwenden ausländische Server, zuletzt wurde ein Server in Asien benutzt. Mit diesen Ländern gebe es kein Rechtshilfeabkommen, deshalb sei es so schwierig, die Fälle zu klären. Auf die Frage, ob eine international agierende Bande dahinstehen könnte, antwortete Sakoparnig. „Theoretisch könnte es auch der Nachbar sein.“ Bei einem Betrugsverdacht sollte die Unternehmensführung und die Polizei kontaktiert werden.

(apa) Erstellt am 15.08.2016, 12:26

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